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Adam
Breitwieser (Nieder-Beerbach)
„Ein
Beerbacher Urgestein“ sagen manche zu Adam Breitwieser, dem
Kenner der Nieder-Beerbacher, ihres Dorfes und dessen
Vergangenheit. 1929 im Heimatdorf seiner Vorfahren geboren,
erlernte er das Wagnerhandwerk im elterlichen Betrieb, wurde aber
schon im Alter von 16 Jahren zum Reichsarbeitsdienst einberufen
und erlebte noch als jugendlicher „Soldat“ die
letzten Kriegstage – um vom „Feind“ nach der
Gefangennahme sogleich nach Hause geschickt zu werden.
Zwar
legte Adam Breitwieser 1952 noch die Meisterprüfung in
seinem Beruf ab, wohl wissend, daß dieses Handwerk
(Wagnerei, norddt. Stellmacherei) in der neuen technischen
Entwicklung keine wirtschaftliche Zukunft mehr haben werde. Seit
1953 bis zu seinem Ruhestand arbeitete er im Vermessungswesen,
zunächst bei der Stadt Darmstadt, später bei der Hess.
Elektrizitäts-AG (Heag).
Als Einheimischer engagierte
sich Adam Breitwieser von jungen Jahren an in den örtlichen
Vereinen und ist ihnen in vielen Bereichen auch im Alter treu
geblieben. Dem örtlichen Geschehen widmete er sich über
Jahrzehnte als Berichterstatter für das damalige Darmstädter
Tagblatt über das kommunale, kulturelle und soziale Leben in
Nieder-Beerbach. Breitwieser schaut aber auch über den
eigenen Kirchturm hinaus, war Mitarbeiter in der überregionalen
Sportpresse (daher persönlicher Bekannter von Max
Schmeling), er ist aktiver Mitarbeiter auch in Vereinen und
Verbänden in etlichen Nachbarorten oder in überörtlichen
Vereinigungen.
Adam Breitwieser ist die erste Adresse,
wenn es um Fragen aus der reichen Geschichte Nieder-Beerbachs mit
der Burg Frankenstein oder deren Herrschaft bis zum Übergang
auf Hessen 1662 geht. Die Zahl der Führungen auf der Burg,
für die ihn Gruppen aus dem ganzen Land und darüber
hinaus (ohne Honorar!) über die Jahrzehnte engagierten, ist
nicht mehr zu ermitteln. Er kennt freilich auch die jüngere
Geschichte wie kaum ein anderer aus Beobachtungen in einem
langen, bewußten Leben. So manche verfehlte Entwicklung in
seiner Gemeinde prangerte er an, und wenn's in Glossen in der
Fastnachtsbütt war. Mit seiner Liebe zur Heimat, unter deren
Kennern er einer der kundigsten ist, ist er ungewollt zur
„Auskunftei“ für frühe und junge Beerbacher
Heimatgeschichte geworden. Die Universität Gießen hat
bei der Erarbeitung des sechsbändigen Südhessischen
Wörterbuches bis zu dessen Abschluß im Sept. 2010 auf
seine Kenntnisse der heimischen Odenwälder Mundart
zurückgegriffen.
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Text: Volker
Teutschländer


Adam
Breitwieser im heimischen Garten vor dem historischen
Rosenstrauch vom Alten Schloß
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