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Die
örtlichen Gemeinschaften > Brauchtum
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Stand:
01.12.2008
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Die
Volksfeste
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Text: Volker
Teutschländer

Kerb
heißt die Kirchweih
im
Mühltal. Es gibt mehr als fünf Kirchen im Mühltal.
Aber gefeiert wird die Kerb wie ursprünglich zur Erinnerung
an die Weihe der jeweiligen Dorfkirche – also in den fünf
ehemals eigenständigen Gemeinden (auch wenn es dort gar
keine Kirche gibt!).
„Wem ist die Kerb?“
heißt
die rein rhetorische Frage, die auf jeder Kerb tausendfach
gestellt wird. „Unser“ heißt die obligatorische
Antwort, die ausdrückt, zur Gemeinschaft im Dorf zu gehören
Deshalb immer wieder „Wem ist die Kerb?“ Na, wem
schon?
Auweia. Die Mundart!
Die Kerb heißt
im Mühltal „Kerb“ in der Einzahl, und nur in der
Mehrzahl z.B. „Die 5 Mühltaler Kerwe“.
Aber
in zusammengesetzten Wörtern mit „Kerb“ heißt
es dann doch „Kerwe“. Es gibt keinen
Kerbgottesdienst, keine Kerbrede, kein Kerbtanz (den gibt es
sowieso schon lange nicht mehr).
Im Mühltal heißt
es bei diesen Beispielen wie bei allen anderen denkbaren:
„Kerwezug“, „Kerweparre (-vadder)“,
„Kerweplatz“ usw.
Und die Kerweburschen heißen
„Kerweborsch“ in Einzahl wie in Mehrzahl – und
nicht „-borsche“, wenn man‘s genau nimmt..
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Einmal
im Jahr ist Kerb im Dorf – im Mühltal sogar fünfmal!
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Traditionelle
Volksfeste im Mühltal sind die jährlichen Kirchweihen
(die „Kerb“, die „Kerwe“[pl.] ), die noch
an dem überkommenen Odenwälder Brauch zur Erinnerung an
die einstige Weihe der jeweiligen Dorfkirche angelehnt sind.
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Was
freilich auch in den Dörfern ohne Kirche nicht hindert,
zünftig und fröhlich Kirchweih zu feiern.
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Wie
in Waschenbach, das im gemeinsamen Kirchspiel freilich seinen
Anteil an der Nieder-Ramstädter Kirche hat, aber eine eigene
Kirchweih feiert. Vielleicht sogar die mit dem ursprünglichsten
Brauchtum.
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Oder
Traisa: Die Kirchweih ist viel älter als die eigene Kirche,
die erst 1956 fertiggestellt wurde. Und Traisaer Kerb ist längst
schon gefeiert worden, als Traisas Protestanten (und seinerzeit
gab es fast nur solche) noch im Kirchspiel mit Nieder-Ramstadt
und Waschenbach verbunden waren.
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„Die
Kerb is do . . .“
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in
Nieder-Ramstadt zur „Rämschter
Kerb“ am
Wochenende des 1. Sonntags im August,
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in
Traisa zur „Draaser
Kerb“ am
Wochenende des 3. Sonntags im August.
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in
Waschenbach zur „Waschebächer
Kerb“ am
Wochenende des letzten Sonntags im August,
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in
Frankenhausen zur „Frånkehaiser
Kerb“ am
Wochenende des 3. Sonntags im September
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und
in Nieder-Beerbach zur „Beerwicher
Kerb“ am
Wochenende des 4. Sonntags im September.
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Diese
Termine sind leicht zu merken. Ganz so leicht war es ursprünglich
nicht. Eine Regel, die die Traisaer, Frankenhäuser und
Nieder-Beerbacher Kirchweih (angeblich unter Einbeziehung von
Namenstagen und Mondphasen) verschiebt, ist in Vergessenheit
geraten. Sollte ein Leser dieser Zeilen mehr wissen, möge er
bitte zur Aufklärung beitragen.
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Mehr
über Odenwälder Kirchweihbrauchtum von der
Hans-von-der-Au-Gruppe Erbach:

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