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Die
örtlichen Gemeinschaften > Heimatdichtung
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Stand:
12.12.2008
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Johannes
(„Jean“) Heppenheimer
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Text: Volker
Teutschländer

Erläuterungen
zum Heimatlied
Von den 7 Versen Heppenheimers sind
unter vielen Einheimischen die ersten 3 bekannt, die auf die
Weise „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?“
gesungen werden.
Außer den ersten beiden Versen (von
der „Russefawerik“ abgesehen) beschreibt der Text die
dörfliche Situation im Kaiserreich, die sich bis heute
gründlich verändert hat. Es genügt deshalb, auch
hier nur die ersten drei Verse vorzustellen, zur Erleichterung
jüngerer Rämschter und „Zugereister“ mit
einigen knappen Erläuterungen.
Der Verfasser
verwendet unregelmäßig Hochsprache und Mundart.
Teilweise wird der Text beim Gebrauch in frohen Runden noch mehr
der Mundart angenähert. Im Zweifel ist hier die
gebräuchliche Fassung angegeben.
Vor allem werden die
letzten beiden Zeilen zumeist in Mundart gesungen.
zu
Vers 2. letzte Zeile:
Die Russenfabrik in dem alten
Nieder-Ramstädter Weiler Mordach gibt es nicht mehr,
folglich ist beim Blick über das Boschel auch deren
Fabrikschornstein nicht mehr zu sehen. Die Ziegelei führte
den Spitznamen nach „Russen“, das sind große
Ziegelsteine. Oft meinen Handwerker damit leicht verformte
Ziegel, die nicht gewünschter Form und Maß
entsprechen
Zu Vers 3:
Die Gummiebråch
meint das ehemalige Werk „Wacker und Dörr“, seit
1900 in Nieder-Ramstadt ansässig und über Jahrzehnte
der größte Arbeitgeber am Ort. „Vogtherrs
Papier“ sind die Erzeugnisse der Papiermühle, die
seitdem mehrfach Eigentümer und Namen gewechselt hat. Der
Steinbruch ist der große Betrieb „im“
Wingertsberg, aber längst stillgelegt. Und „Richters
Stecken“ waren vor allem Schirmgriffe, die ersten
Erzeugnisse des ebenfalls nicht mehr bestehenden
Kunststoffhersteller „Vitri“.
Die letzten
beiden Zeilen im Vers 3 sind dem Original Heppenheimers aus Vers
6 entnommen. Er hatte im Vers 3 gedichtet: „Und wen du
fregst, der antwort dir sogleich: Wie arm wär ohne
Ramscht das Deutsche Reich.“

Mehr
über Bell-Ramscht:

Mehr
zum Bau der Odenwaldbahn:

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Nieder-Ramstädter
Heimatkenner und Mundartdichter
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Er
ist vor allem bekannt als der Dichter eines Nieder-Ramstädter
Heimatliedes – wenn er es auch nicht mit diese Gedanken
verfaßt hatte:
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Noch
in der guten alten Zeit schrieb er den Text zur Rämschter
Faßnacht 1912.
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Von
seinen zahlreichen Werken werden hier die beiden bekanntesten
wiedergegeben.
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Das
Rämschter Lied
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Text:
Johannes („Jean“) Heppenheimer (1912)
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Melodie:
August Neithardt (1832)
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1.
In.grünem.Tal, von .Bergen rings umgeben,. und von dem
schönen Modaubach durchquert, da liegt ein Ort, .darin
herrscht reges Leben. Ich weiß kein schön'res
Fleckchen auf der Erd. Man nennt es „Nieder-Ramstadt“,. weil
„Ramscht“ so seinen Namen hat. Drum alle
Rämschter stimmet mit mir ein: Wir sind von Ramscht und
wollen Rämschter sein.
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2.
Stehst du am Bahnhof, läßt den Blick frei schweife
- links liegt der Lohberg schmuck im Villenkranz. Und
rechts der Ståbruch, beinoh kennt mer'n greife und mitte
dreu des Dorf im Sunneglanz. Der Klosberg grüßt im
Süde die Schmallert still beschiede. Und schweift dann
übers Boschel 'naus dein Blick siehst du den Schornstein
von der Russefawerik.
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3.
Die Industrie steht hier auf hoher Stufe. Die Gummiebråch'
ist allen weit voraus. Vogtherrs Papier steht nur in bestem
Rufe. Die härt'ste Stå bringt unser Ståbruch
'raus. Halb Deutschland tut eindecken hier sein' Bedarf an
Richters Stecken. Drum will mir's går net in de Kopp
eneu: Wie kånn mer net in Råmscht geboren seu,
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Bell-Ramscht,
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Johannes
(„Jean“) Heppenheimer
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Als
mer Lausbuwe woarn, dumme Straasch in de Kepp, Do hon mer,
heit kann mer's joa soage, Goar oft, weil mer woarn kaa
dermliche Dröpp, Uns mit fremme Buwe geschloage. Ob
von Ewerscht, von Bärwisch, von Draase se woarn, Gefercht
hon mer kaan, des woar sicher, Un gab es mitunner aach mol uff
die Ohrn, Dewerra ging's immer, wie Blicher!
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Un
horcht eich na eier Geleit e mol oo, Des immer nor Bellramscht
bloß bempelt, Mer merkt doch im ganze Hesseland
droo, Daß ehr bloß zum belle gestempelt. Des
hot mich doch immer gewurmt un gefuxt, Daß nachts oft
ich net mer konnt schlofe, Do haw ich gedacht, net lang rum
gedruxt, Un dust es deim Vadda mol saage:
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Gewehnlich
im Feld draus, un weit weg vom Ort, Hot mer zufellig sich
getroffe; Un eh' mer nor mol gewechselt e Wort, Hot
beschnüffelt mer sich un beroche! Zuerst word geproahlt,
dann geuzt, dann geschennt Un dann word gestumbt un
gestoße; Un dann awer word kräftig hiegebrennt, Un
gab's aach verrissene Hose.
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„Sag'
Vadda, woas is mit uns Rämschter nor los, Daß se
Bell-Rämschter uns immer haaße? Mer zahle doch
Steier, hon sunst aach woas los, Un sin aach net ärmer
wie Draase!" Do antwort de Vadda, nor net glei
geflennt, Un loß nor de Kopp net drum henke. Des is
for uns Rämschter es best' Kompliment, Wie die Dummköpp
des gar net bedenke!
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Un
dann is die aa Baddie ausgeriggt, Gelaafe, was giste, was
hoste, Weil se vielleicht e paar Schwere gewesche hon
griggt, Die owedrei net mol was koste! Weit weg dann vom
Schuß, do schwoll die Kurag, Mer sammelte sich nach dem
Renne; Un setzt mit Gekrisch sich, ob der Blamag Und dann
fing o, des Geschenne!
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Als
de Orewald man einst macht uff for die Welt, Do legt mer als
erstes e Bahn oo; Un zu dem Bau hot mer dann eigestellt, Viel
Leit un aach Italiano! Die woarn so ganz fleißig, un
aach bei de Händ, Gehapert hot's nor mit dem
Babbele, Viel Fisemadente hon oo se gewendt, Damit mer ehr
Sproch kann bedappele.
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Was
wollt dann ehr Mattkees, ehr Dermel, ehr Fresch, Ihr seid doch
die feigeste Dackel; Un kummt ehr uns wirra in unser
Geheg', Do griggt ehr gedoachdelt de Buggel. Nadierlich die
annern, des Lumbepack, Die schennte zurick wie die Spatze, Daß
mer Bellrämschter wärn, un kaan Fennig im Sack, Nix
ze beiße, ze noage, ze kratze!
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Ob
gut, oder schee, des woar dene gleich, Des woar bloß for
die „oh, la bella". So war bella das Brot un bella
das Fleisch Un bella die Suppe im Della! E Siggah war
bella, un bella des Bier, Des „Bella" ward ständig
gekreiert, Un „oh bella Ramscht" und bella
Quardier, Des hon dausendmol se beteiert!
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Die
auswärt'ge Kumpels, die des oft geheert, Des hot die
gefuxt ganz geheerig. So hawe se „bella", in „bell"
umgekehrt. Ja der Neid, der macht schmutzig, un
schmeerig. Wann aaner in Zukunft von Bell-Ramscht mol
spricht, Horch, Bub, do antwort nor wenig. Sag ihm und lach
ihm debei ins Gesicht: So lern du mol erst Italienisch!
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Weit
bin ich geraast in Deitschland umher un sag drum ganz ohn'
Iwerhewung: So „bella“ wie Ramscht, find'st du
selten eins mehr als Nieder-Ramstadt und Umgebung!
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