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Die örtlichen Gemeinschaften > Heimat- und Mundartdichtung

Stand: 19. Jan 2012

 

 

 





Heinrich Leißler, genannt Schusterheiner

Der Traisaer Heimatdichter

1924 als echter Draaser in einer Schuhmacherfamilie („Schusters“) geboren. Nach einigem Zögern ist er doch dem elterlichen Handwerk treu geblieben, aber nicht nur dem : „Ich bleib meuner Muddersproch treu“ heißt sein Band mit Mundartgedichten aus 1997. „Schusterheiner“ (der Heinrich von Schusters) ist demnach kein Schimpfname, sondern die unter Einheimischen übliche Bezeichnung von Familien und Sippen nach Beruf o.a. Und der Name hat sich bis heute erhalten, obwohl Heinrich Leißler schon 1950 nicht mehr „bei seinen Leisten“ geblieben ist.

Heinrich Leißler ist ein fleißiger „Produzent“ von Mundart-Reimen: Zu allerlei Anlässen fallen ihm witzige oder auch nachdenkliche Aussagen ein. Eines seiner Gedichte, das sich mit seiner Liebe zum Heimatort befaßt und schon als „das Draaser Lied“ bezeichnet wurde, ist mit seiner Genehmigung seinem Band entnommen.

Der Band ist wenige Jahre nach seinem Erscheinen vergriffen.


Wo jetz es Speckebrinnche steht

Von Heinrich Leißler

Wann ich dorch meu Örtche gehje,
do hon ich meun Bu als debei,
der dhut mich dann efter freje,
warum is des alles so nei?
Ja, do dhu ich des dem als verzehle,
wie es frihjer bei uns emol waor,
un dann segt er zu mir,
jao, do segt er zu mir
bitte sing mer doch des emol vor.

Wenn ich erst mol pensioniert bin,
do geh ich dann efter spazier'n,
doch aom liebste geh ich dort hin,
wo mer sich eunst konnt amisiern.
Ja, des waor aon de »Speck« als gewese.
Dort wo unser schee Olaog jetzt is,
sitz ich dort uff-re Baonk,
sitz ich dort uff-re Baonk,
sing ich noch mol des Lied ganz gewiß.

Stellt eich vor die Aolte keme
zu uns noch mol uff die Erd,
do kennt ihr bestimmt onehme,
die saoge mer sinn hier verkehrt?
Des is doch net mehr unser aolt Draase,
so wie aus vergaongner Zeid.
Un dann kennt ihr mol her'n,
un dann kennt ihr mol her'n,
waos do saoge dhun die aolte Leit.

Kehrreim:

Wo jetzt es »Speckebrinnche« steht,
waor unser »Weht«.
Un uff em »Dallesplatz«
kao »Reitschul« sich mehr dreht.
Jao des is alles aonnerst waorn
komischer weis.
Daonn dofier haonn mer jetzt e herrlich »Boweschneis«.

Text:
Volker Teutschländer





Heinrich Leißler
„der Schusterheiner“
aus Traisa

Hier bei einem karnevalistischen Auftritt