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Heinrich
Leißler, genannt Schusterheiner
Der
Traisaer Heimatdichter
1924
als echter Draaser in einer Schuhmacherfamilie („Schusters“)
geboren. Nach einigem Zögern ist er doch dem elterlichen
Handwerk treu geblieben, aber nicht nur dem : „Ich bleib
meuner Muddersproch treu“ heißt sein Band mit
Mundartgedichten aus 1997. „Schusterheiner“ (der
Heinrich von Schusters) ist demnach kein Schimpfname, sondern die
unter Einheimischen übliche Bezeichnung von Familien und
Sippen nach Beruf o.a. Und der Name hat sich bis heute erhalten,
obwohl Heinrich Leißler schon 1950 nicht mehr „bei
seinen Leisten“ geblieben ist.
Heinrich Leißler
ist ein fleißiger „Produzent“ von
Mundart-Reimen: Zu allerlei Anlässen fallen ihm witzige oder
auch nachdenkliche Aussagen ein. Eines seiner Gedichte, das sich
mit seiner Liebe zum Heimatort befaßt und schon als „das
Draaser Lied“ bezeichnet wurde, ist mit seiner Genehmigung
seinem Band entnommen.
Der Band ist wenige Jahre nach
seinem Erscheinen vergriffen.
Wo
jetz es Speckebrinnche steht
Von
Heinrich Leißler
Wann
ich dorch meu Örtche gehje, do hon ich meun Bu als
debei, der dhut mich dann efter freje, warum is des alles
so nei? Ja, do dhu ich des dem als verzehle, wie es
frihjer bei uns emol waor, un dann segt er zu mir, jao, do
segt er zu mir bitte sing mer doch des emol vor.
Wenn
ich erst mol pensioniert bin, do geh ich dann efter
spazier'n, doch aom liebste geh ich dort hin, wo mer sich
eunst konnt amisiern. Ja, des waor aon de »Speck«
als gewese. Dort wo unser schee Olaog jetzt is, sitz ich
dort uff-re Baonk, sitz ich dort uff-re Baonk, sing ich
noch mol des Lied ganz gewiß.
Stellt eich vor die
Aolte keme zu uns noch mol uff die Erd, do kennt ihr
bestimmt onehme, die saoge mer sinn hier verkehrt? Des is
doch net mehr unser aolt Draase, so wie aus vergaongner
Zeid. Un dann kennt ihr mol her'n, un dann kennt ihr mol
her'n, waos do saoge dhun die aolte Leit.
Kehrreim:
Wo
jetzt es »Speckebrinnche« steht, waor unser
»Weht«. Un uff em »Dallesplatz« kao
»Reitschul« sich mehr dreht. Jao des is alles
aonnerst waorn komischer weis. Daonn dofier haonn mer jetzt
e herrlich »Boweschneis«.
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Text: Volker
Teutschländer


Heinrich
Leißler „der Schusterheiner“ aus
Traisa
Hier bei einem karnevalistischen Auftritt
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