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Die
örtlichen Gemeinschaften > Sagen und Geschichten
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Stand:
11.06.2010
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Goldene
Löwen auf der Kirchhofsmauer
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Text: Volker
Teutschländer


Das
ehem. Gasthaus Zum Goldenen Löwen gegenüber der Kirche.
Im Hintergrund das erste Schulhaus für das Kirchspiel
Nieder-Ramstadt
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Auf
der Mauer auf der Lauer
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Warum
heißt die Löwen-Apotheke in Nieder-Ramstadt
„Löwen-Apotheke“?
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Einheimische
wissen's noch: Weil die Löwen-Apotheke entstanden ist in dem
Haus, an dessen Stelle ehemals das Gasthaus „Zum Löwen“
stand.
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Aber
warum hieß das Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“?
Als Referenz an den Landesherrn und sein Wappentier, den
hessischen Löwen? Das mag so gewesen sein. Wo es ja
vielerorts Gasthäuser „Zum Löwen“, „Zur
Krone“, „Zum Adler“ usw. gab und gibt.
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In
Alt-Ramscht soll das seine eigene Bewandtnis gehabt haben, wie
ganz alte Rämschter ehedem erzählten. Und Schulkinder
haben's zur Abschreckung vor späterem abendlichem
Wirtshaus-Hocken noch gelernt:
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Die
Geschichte ist die:
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Gegenüber
dem (damaligen) Gasthaus Zum Löwen erhebt sich die hohe
Kirchhofmauer als Stützmauer für den Kirchhof, auf dem
ehedem die verblichenen Rämschter ihre letzte Ruhe fanden,
nämlich bis um das Jahr 1900, als der Platz rund um die
Kirche nicht mehr ausreichte. Heutzutage stützt die hohe,
schön gesetzte Bruchsteinmauer die jüngsten Rämschter,
für die auf dem alten Kirchhof ein Kindergarten gebaut
wurde.
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Zu
Zeiten des beliebten Löwen-Gasthauses kam es immer wieder
vor, daß späte Zecher die gastliche Stätte erst
zu mitternächtlicher Stunde verließen, um manchmal
unsicheren Fußes den Heimweg anzutreten.
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Dann
soll es immer mal wieder vorgekommen sein, daß sich dem
müden Heimkehrer auf der Mauer gegenüber jener
übergroße Löwe zeigte, der da oben hauste. Er war
groß wie ein Stier, oftmals kam noch ein zweiter hinzu.
Beide rollten drohend ihre runden, feurig-goldenen Augen, groß
wie Untertassen! Fauchend und brüllend warnten sie die
Wirtshaushocker vor einer Wiederholungstat. Den Spätheimkehrern
wurde heiß und kalt, vor allem, wenn sie an die
zusätzlichen drohenden Augen dachten, die sie zu Hause zu
erwarten hatten.
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Und
wen's schließlich doch wieder zur zünftigen Runde ins
Gasthaus an der Kirchhofmauer trieb, der – so habe sich das
eingebürgert – ging dann „Zum Löwen“.
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