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Geografie
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Stand: 13.04.2010
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Von
der Geologie
290
Millionen Jahre Odenwälder Gestein . . . . . . und
dazwischen Flugsand aus der Rheinebene
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Text: Volker
Teutschländer

Das
Gestein auf dem Wingertsberg in Nieder-Ramstadt:


Zur
Geologie des Geoparks Bergstraße-Odenwald:


Mineralienatlas
mit Übersichtskarte und Mineralientabelle für
Deutschland /Hessen /Odenwald /Nieder-Ramstadt und Unterseiten
für Fundstellen im Mühltal (Nieder-Ramstadt steht
wohl irrtümlich für Mühltal):

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Das
Mühltal liegt im Odenwald . . .
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. - auf dieser Site ausführlich erklärt. Die
geologische Betrachtung beantwortet die Frage freilich
augenfällig. Mühltals Oberflächengestalt ist sehr
stark in Höhen und Täler gegliedert, und zwar in der
typischen Struktur des Mittelgebirges.
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Mühltal
liegt auch nicht nur am Fuße des Odenwaldes, also nicht an
dessen Rand, wenn das auch an einigen Stellen den Anschein hat,
etwa am Waldrand nahe der Kreuzung von Lochschneise und Weinweg
in der Gemarkung Nieder-Ramstadt, wo man sich an der Bergstraße
wähnt. Oder in Traisa, wo die Landschaft nach Norden sanft
in das flache bewaldete Messeler Hügelland ausläuft.
Oder in Nieder-Beerbach, dessen Gemarkung über den
Frankenstein-Hang hinunter bis hinter die Hausgärten am
Dorfrand von Malchen an der Bergstraße reicht.
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Westlich
und südlich des Odenwald-Randes
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Aus
geologischer Sicht ist aber das Gebirge, der Odenwald, nicht nur
die Summe von sichtbaren Erhebungen über umliegende oder
benachbarte Teile der Erdoberfläche. Geologen ziehen
vielmehr die Grenze zwischen dem Odenwald im Osten und der Ebene
im Westen entlang einer Verwerfungslinie, die im Erdzeitalter des
Karbon, der Steinkohlenzeit, nämlich vor 290 bis 240
Millionen Jahren, entstanden ist.
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Westlich
dieser Verwerfungslinie ist ehedem ein Streifen der Erdkruste in
die Tiefe gesunken: Der Oberrheintalgraben, die Oberrheinische
Tiefebene war im Kontrast zum östlichen Odenwald entstanden.
Und diese Verwerfungslinie, also die geologische Abgrenzung des
Mittelgebirges nach Westen, verläuft in unserem Raum entlang
der Bergstraße von Heidelberg über Alsbach, Jugenheim,
Seeheim, Malchen und Eberstadt bis Darmstadt, und zwar weitgehend
durch die Ortslagen bis in die Stadtmitte Darmstadts - und dann
weiter bis nach Messel!
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Hier
tragen die Geologen aber doch der sichtbaren Landschaftsform und
dem Augenschein Rechnung, daß von Darmstadt bis Messel (und
nördlich von Traisa) nun mal keine Berge mehr zu sehen sind.
Sprendlinger Horst oder Messeler Hügelland sind allerdings
Namen, die nicht einmal allen Einheimischen geläufig sind.
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Für
das Mühltal bleibt festzuhalten, daß alle Gemarkungen
des Gemeindegebietes weit östlich der Verwerfungslinie und
südlich des Übergangs vom Mittgelgebirge zum Messeler
Hügelland liegen, Mühltal also die nordwestlichste
Landschaft im Odenwald ist.
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Die
geologische Beschaffenheit
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Die
ältesten Gesteine im Odenwald sind im geologischen
Zeitabschnitt des Vorkarbon entstanden, also vor mehr als 290
Millionen Jahren. In die kristallinen Schiefer sind
unterschiedlichste Gesteinschmelze eingedrungen, die hiesigen
Gabbros und Diorite sind entstanden. Sie sind gerade im Mühltal
seit Menschengedenken abgebaut und vor Ort genutzt oder in die
weite Umgegend transportiert worden. Weit über 20
Steinbrüche hat es zu Zeiten gegeben, als das Material noch
mühsamer im Handbetrieb abgebaut werden mußte als
heute in den beiden industriell betriebenen Tagebaubetrieben in
Nieder-Beerbach und Waschenbach/Frankenhausen.
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Bei
den weiteren Gesteinsbildungen sind auch im Odenwald Erzgänge
entstanden, wenn auch bei weitem nicht so zahlreich, wie in
anderen kristallinen Gebirgen. Anfang des 20. Jahrhunderts sind
im Steinbruch am Wingertsberg in Nieder-Ramstadt Vorkommen an
Silber und anderen Erzen gefunden worden. Auch in Nieder-Beerbach
gibt es Silberadern im Steinbruch, andere Erzvorkommen wurden
gefunden oder vermutet, sogar die Urangewinnung soll untersucht
worden sein. Wirtschaftliche Ausbeutung kommt offenbar nicht in
Betracht.
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Gabbro
und Diorit werfen im Mühltal vor allem das Massiv von
westlich Nieder-Beerbach über Waschenbach bis östlich
Nieder-Ramstadt auf. Der riesige stillgelegte Steinbruch auf dem
Wingertsberg in Nieder-Ramstadt ragt abseits davon wie ein Kegel
aus dem Flugsand des Modau- und Stettbachtales hervor. Diese
Flugsandschneise erstreckt sich von der Rheinebene ins Mühltal
hinein, über Traisa bis weit in das nördliche
Hügelland.
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So
wie andere Flüßchen aus dem Odenwald hat auch die
Modau ein enges Tal in das Gebirge geschnitten. Sie hat dabei
Verwitterungsschutt, Geröll und Sand mit in die Ebene in die
heutige Eberstädter Modauaue getragen. Rhein und Neckar (der
seinerzeit ja noch in Höhe des Mühltals parallel des
Rheines (bis Trebur) vorbeifloß) haben Sande abgelagert,
die vom Wind während der Eiszeit wegen der fehlenden
Vegetation nicht nur zu ausgedehnten Dünenfelder zwischen
dem Odenwald-Abbruch und der Ebene angehäuft wurden.
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Flugsand,
kristallines Gestein und Rotliegendes
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Die
feineren Sande wurden durch diese Talöffnungen wie dem
Mühltal am Kühlen Grund ins Gebirge geweht und als Löß
abgelagert. Trotz der Enge des Mordachtales ist der Dünensand
auch bis weit ins Beerbachtal eingedrungen, wie die Lößvorkommen
in der Tallage Nieder-Beerbach bis in die Nachbargemarkung hinein
beweisen. Sie lieferten jahrzehntelang Rohstoff für die
industrielle Ziegelei in der Nieder-Ramstädter Mordach sowie
für 5 Ziegeleien in Nieder-Beerbach.
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Das
beschriebene Gabbro-/Dioritmassiv ist sowohl westlich (von
Nieder-Beerbachs Bergstraßenhang bei Malchen bis zu den
Kohlbergen bei Nieder-Ramstadt) und östlich (in einem
Streifen südlich Nieder-Beerbachs über Frankenhausen
bis Nieder-Modau) sowie in Flecken nördlich
Nieder-Ramstadts) von kristallinem Schiefer eingerahmt. Ihn
finden wir großflächiger außerdem westlich der
Nieder-Ramstädter Gemarkung zwischen Eberstadt und
Bessungen.
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Eine
Besonderheit für das Mühltaler Gemeindegebiet zeigt die
geologische Karte in Traisa - dem aufmerksamen Wanderer kann sie
beispielsweise am Roten Berg nicht entgehen: Die rote Erde, das
Rotliegende. Diese Formation zeigt für den Geologen diese
Grenze zwischen dem Bergsträßer Odenwald (dem hiesigen
Teil des Vorderen Odenwaldes) und dem Messeler Hügelland
(oder Sprendlinger Horst) auf. Die Landschaftsform des
Mittelgebirges läuft gleich nördlich Traisas aus -
Folge eines riesigen Senkungsgebietes diagonal durch Deutschland.
Hierhin haben die Wasser aus dem Odenwald verwitterte kristalline
Gesteine des Odenwaldes transportiert, aus denen sich die
Gesteine des Rotliegenden (vor 240 bis 200 Millionen Jahren)
bildeten.
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