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Die
Geschichte Frankenhausens
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Volker
Teutschländer


Das
Wappen der Gemeinde Frankenhausen (bis
1976)

Hube:
Seit
dem Frühmittelalter ein Bauerngut oder Gehöft mit
ausreichenden Acker- und Weideflächen, die eine Familie
bearbeiten und von der sie sich ernähren konnte. (Quelle:
Wikipedia)

Statistik:
Einwohner 1861:
281 1907: 274
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Dr.
Wendel Mertz (1891 – 1965),
Ehrenbürger Frankenhausens,
führt 1955 in seinem Familien- und Heimatbuch
„Frankenhausen im Odenwald“ und in einem undatierten
Nachtrag dazu das Alter des Dorfes auf dessen Namensdeutung
zurück: Im allemannischen Gebiet habe hier eine Siedlung
kriegsgefangener Franken bestanden, also um das Jahr 500.
Zwischen „Striet“ und „Stroß“,
historische Fernstraßen über Höhen unter
Umgehung er weitenteils noch versumpften Täler und
Niederungen, verlaufen Knüppeldämme und
Steinaufschüttungen durch die „Frankenhäuser
Mulde“, ein ehemaliges Hochmoor. Nach Dr. Mertz sind sie
wohl schon von den römischen Besatzern als Verbindung
zwischen dem Felsberg, ihrem wichtigsten Steinbruch weit und
breit, und ihrer Garnisonsstadt Dieburg benutzt worden. Das
älteste schriftliche Dokument erwähnt Frankenhausen
1402 in einem Marburger Kopialbuch erwähnt.
Damals
bestand das Dorf vermutlich aus drei oder vier Huben
sowie einem Herrenhof. Im Jahre 1622 gehörte Frankenhausen
mit der Untergerichtsbarkeit zum Amt Zwingenberg. Im
Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf völlig
zerstört. 1650 fanden sich nur 4 Familien mit 11 Seelen im
Dorf. Weitere Einwohner kamen aus dem Elsaß und dem
Vogtland, vorwiegend Zimmerleute. 1669 wohnten 6 Familien mit 28
Seelen hier, 1708 waren es 17 Familien mit 85 Seelen (Statistik
und Topographie des Landratsbezirks Reinheim von 1827). „Die
Einwohner waren früher mit Weib und Kind leibeigen.“
Diese sehr kleine Gemeinde errichtete aber schon 1690 ihr erstes
Schulhaus und erhielt einen eigenen Schullehrer, „da den
Kindern der Weg nach Ober-Ramstadt zu weit war“ (a.a.O.).
Das neue Schulhaus entstand 1775.Die ev. Kirche wurde 1708 „vor
dem Ort“ begonnen, weil „die alte, im Ort
befindliche, ganz unbrauchbar geworden war, und 1710 „bei
zahlreicher Versammlung“ eingeweiht (>> Kirche). Der
heutige Friedhof rund um die Kirche entstand
1721.
Frankenhausen gehörte einerseits zur Zent
Ober-Ramstadt, aber mit dem Untergericht zeitweise nach
Zwingenberg, später zum Amt Lichtenberg. Frankenhausen
hatte trotz dieser verzweigten Abhängigkeiten einen eigenen
Schultheiß, dem Verwaltungsgeschäfte im Dorf oblagen,
wenn er auch kein Bürgermeister im späteren Sinne war,
sondern eher ein obrigkeitlicher Statthalter. Und Frankenhausen
hatte, wie viele der Nachbarorte, ein Landsiedelgericht, das
aber schon früh seine Bedeutung verlor.
1821
brachte die neue großherzoglich-hessische
Gemeindeverfassung für Frankenhausen eine Aufwertung, die
freilich den Menschen im Dorf wenig nützte. Frankenhausen
wurde Sitz einer Bürgermeisterei – aber nicht mit der
raumordnerischen Bedeutung, wie sie heute Gemeinden mit
Mittelpunktfunktionen beigemessen werden. Der „Bürgermeisterei
Frankenhausen“ wurden die benachbarten Dörfer Neutsch
(„liegt ¼ Stunde von Frankenhausen entfernt“)
und Ober-Modau („liegt ½ Stunde von Frankenhausen
entfernt“) angegliedert. Die Beifügungen in Klammern
stammen aus der „Statistik und Topographie des
Landratsbezirks Reinheim von 1827“.
Frankenhausen
gehörte zum Landratsbezirk Reinheim. Schon
1832 kam Frankenhausen zum Kreis Dieburg, weil der
großherzogliche Gesetzgeber die Landratsbezirke Reinheim
und Dieburg zum Kreis Dieburg vereinigte. Erst 1938 kam
Frankenhausen vom Kreis Dieburg zum damaligen Kreis Darmstadt.
Die Gemeinde war Mitbegründerin des „Schulverbandes
Mittelpunktschule Nieder-Ramstadt“, 1964 wurde die
örtliche Volksschule (Jahrg. 1 – 8) aufgelöst.
Frankenhausens Schüler besuchten seitdem die Schule in
Nieder-Ramstadt. Nach der Auflösung der dortigen
Sekundarstufe und der Realschule besuchen nur noch
Frankenhausens Grundschüler geschlossen die Schule in
Nieder-Ramstadt, alle anderen Schulen in der Umgebung. Das
örtliche Schulhaus baute die Gemeinde zum Gemeinschaftshaus
um.
Das
Gerichtssiegel von Frankenhausen von 1622, ein Zweig mit drei
Eicheln, das am 15.12.1951 der Gemeinde (als erster der
Mühltalgemeinden) vom Innenministerium als Wappen verliehen
und 1979 in das Wappen der neuen Gemeinde Mühltal
übernommen wurde, ist 1955 von Dr. Wendel Mertz im
„Frankenhäuser Familien- und Heimatbuch"
besprochen und abgebildet worden. Heinz Bormuth hat auf dieser
Seite das Herkommen der drei Eicheln im Frankenhäuser und
Mühltaler Gemeindewappen begründet (>> Wappen).
1834
zählte die Gemeinde 277 Einwohner, 1871 waren es 297, 2007
rund 750. Seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
wandelte sich das früher rein landwirtschaftlich
strukturierte Dorf durch einige schmucke Neubaugebiete zu einer
Wohngemeinde, die sich einen Teil des dörflichen Charakters
bewahrt hat.
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