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Das
Wappen der Frankensteiner
Die
Siegel des Dokumentes von 1252, der ältesten Urkunde mit der
Erwähnung einer Burg auf dem Frankenstein, sind nicht
erhalten. Konrad von Breuberg dürfte mit dem alten
Breuberger Wappen (im gespaltenen Schild rechts ein
aufgerichteter Löwe, links ein Schachmuster) gesiegelt
haben. Ab 1274 verwenden die Breuberger dann das bekannte Wappen,
in Silber zwei rote Balken. Die Frankensteiner aber nahmen mit
der Namensänderung ein neues Wappen an, im goldenen Schild
ein schräggelegtes rotes Wolfseisen. Der Biograf der
Frankensteiner, Pfarrer Weisgerber, vermutet, dies könne das
Wappen der Edlen von Weiterstadt gewesen sein, das die
Frankensteiner nach deren Aussterben übernahmen. Da aber
kein Wappen dieser Sippe überliefert ist, bleibt dies
Vermutung.
Die Heraldiker weisen jedoch darauf hin, daß
es sich um ein „redendes Wappen“ handeln könne,
denn im Mittelhochdeutschen bedeutet der alte Beinamen „Reiz“
der Lützelbach-Breuberger das beköderte Lockmittel
einer Tierfalle. Und zu den Tierfallen gehörte auch das
Wolfseisen.
Als Wolfsfalle diente schon um 800 die
Wolfsangel, ein Eisenstück mit zwei oder mehr gegenläufigen
Spitzen, die mit dem Köder gespickt dem annehmenden Tier
grausame Verletzungen zufügten. Im hohen Mittelalter hat man
diese Wolfsangeln erweitert: Sie wurden mit einer Kette an einem
ankerförmigen Oberteil (dem Wolfseisen) befestigt. Die
Innenseiten dieses Wolfseisen waren geschärft und konnten so
an einem Ast eingehakt werden. Dadurch hing die beköderte
Wolfsangel in Sprunghöhe des Tieres.
Dieses Oberteil
ist in verschiedene Adelswappen – so auch der
Frankensteiner – eingegangen. Nicht immer hat man die
Bedeutung dieses Wappenbildes richtig gedeutet. So sah man in ihm
einem Halbmond (= Arbeitsgerät der Schuster, Sattler und
Gerber). Selbst das Standardwerk der Heraldik, der „Neue
Siebmacher“, spricht von einer „Streitaxt ohne
Stiel“, was immer damit gemeint ist.
Vergleiche mit
Wolfsfallen in verschiedenen Museen bestätigen jedoch die
Bezeichnung w-olfseisen, die njun auch in amtlichen
Wappenbeschreibungen verwendet wird, so für das Wappen der
Gemeinde Mühltal, in deren Gemarkung Nieder-Beerbach die
Ruine Frankenstein liegt und die deshalb das Wolfseisen im
Gemeindewappen führt.
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Autor Heinz
Bormuth



Das
Wappen der Frankensteiner

Mehr
über die Wappen der Frankensteiner und der Gemeinden
Nieder-Beerbach (bis 1976) und Mühltal sowie über das
Wolfseisen:

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