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Geschichte > Mühltal (überörtlich)

Stand: 17.12.2012

 

 

 



 

Die Territorialgeschichte seit 1821

Autor
Karl Dehnert †






Die Gemarkungsgrenzen
der Mühltalortschaften

 

1821

Durch das großherzogliche Edikt vom 14. Juli 1821 wurde in den beiden Provinzen Starkenburg und Oberhessen des damaligen Großherzogtums Hessen-Darmstadt eine neue Verwaltungsgliederung eingeführt, bei der die Trennung der staatlichen Verwaltung von der Justiz vollzogen wurde. Anstelle der bisherigen Ämter wurden Landratsbezirke und Landgerichtsbezirke geschaffen, denen die Regierungs- und Verwaltungsaufgaben beziehungsweise die Zivil- und Strafgerichtsbarkeit übertragen wurden. Vor der Neuordnung im Jahre 1821 waren die „Ämter" sowohl mit der Verwaltung als auch mit den Justizangelegenheiten der jeweiligen Amtsbezirke betraut.

 

Im Bereich des heutigen Landkreises Darmstadt-Dieburg lagen das Oberamt Darmstadt und die Ämter Babenhausen, Dieburg, Habitzheim, Lichtenberg, Pfungstadt, Reinheim, Schaafheim, Umstadt mit Otzberg und Zwingenberg mit Seeheim. 1821 wurden in Starkenburg aus diesen Ämtern 13 Landratsbezirke neu gebildet, darunter sind Darmstadt, Dieburg, Reinheim, Langen, Dornberg, Offenbach, Seligenstadt, Bensheim.

 

 

 

Das Mühltal wurde von der Neuordnung wie folgt berührt:

 

Der Landratsbezirk Reinheim
umfaßte aus dem Mühltal Frankenhausen, Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach.

 

Dem Landratsbezirk Bensheim
wurde aus dem seitherigen Amt Pfungstadt u.a. Nieder-Beerbach zugeteilt.

 

 

1832

Die neue Kreiseinteilung hatte aber nur ein Jahrzehnt Bestand. Im Rahmen einer Vereinfachung der Verwaltung und Angleichung in der Provinz Rheinhessen, die auch noch 1821 ihre während der französischen Besatzungszeit angenommene Verwaltungs- und Gerichtsordnung beibehalten hatte, wurden die Regierungen der Provinzen Starkenburg und Oberhessen als selbständige Behörden aufgelöst. An ihre Stelle traten die Provinzialkommissäre. Die Regierung der Provinz Rheinhessen wurde der „Provinzialdirektion" übertragen. Die Landratsbezirke in Starkenburg und Oberhessen wurden aufgehoben und durch zwölf Kreise ersetzt, die meist zwei oder drei der bisherigen Landratsbezirke umfaßten. Ihre Leitung oblag den Kreisräten, denen nunmehr die Funktionen der bisherigen Regierungen und Landräte übertragen wurden. In den alten Provinzen wurde die Neuordnung 1832, in Rheinhessen 1835 durchgeführt.

 

 

 

Im Zuge dieser Reform wurde 1832 aus den Landratsbezirken Dieburg und Reinheim

 

der Kreis Dieburg

 

u.a. mit folgenden Gemeinden aus dem Mühltal gebildet: Frankenhausen, Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach.

 

Beim Kreis Bensheim verblieb u.a. Nieder-Beerbach.

 

 

1848

1852

Im Revolutionsjahr 1848 wurde das Gesetz über die „Organisation der dem Ministerium des Innern untergeordneten Verwaltungsbehörden" erlassen und in dessen Folge eine Neuordnung der Justiz- und Verwaltungsbehörden vorgenommen. Aufgrund einer erweiterten gesetzlichen Bestimmung entfielen auch die noch vorhandenen standesherrlichen Landratsbezirke. Das gesamte Großherzogtum wurde in zehn Regierungsbezirke aufgeteilt, an deren Spitze Regierungskommissionen standen. Diesen stand ein gewählter Bezirksrat mit mindestens zwölf Mitgliedern zur Seite. Im Zuge dieser Änderungen sind die Regierungsbezirke Darmstadt und Dieburg errichtet worden, die aber dann bereits im Jahre 1852 aufgehoben wurden. Die früheren Kreise wurden weitgehend wiederhergestellt. Dabei wurde

 

 

 

der Kreis Darmstadt

1853

unter Anschluß verschiedener Gemeinden aus den früheren Kreisen Bensheim, Dieburg und Groß-Gerau neu gebildet: Aus dem Mühltal kamen vom Kreis Dieburg Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach hinzu, 1853 noch Nieder-Beerbach aus dem seitherigen Kreis Bensheim.

 

Zum neugebildeten Kreis Dieburg

 

zählte weiterhin Frankenhausen.

1874
1918

Geringfügige Änderungen der Kreisgebiete von Darmstadt und Dieburg gab es um 1874, als im Zuge einer Anpassung der hessischen an die preußische Kreisordnung Korrekturen durchgeführt wurden, die die Mühltalgemeinden aber nicht berührten. Diese Kreisgrenzen blieben viele Jahrzehnte bestehen und wurden auch nach der Ablösung des Großherzogtums durch den Volksstaat Hessen 1918 beibehalten.

1936
1937

In der nationalsozialistischen Ära wurden 1936/37 zunächst die gewählten Provinzial- und Kreistage abgeschafft, dann die hessischen Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen beseitigt, danach die Kreise Bensheim, Schotten und Oppenheim aufgelöst.

1938

Aus dem Kreis Dieburg wurde 1938 die Gemeinde Frankenhausen zusammen mit allen Modautalgemeinden dem Landkreis Darmstadt zugeschlagen,

1953

auf eigenen Antrag 1953 auch die Gemeinden Asbach, Klein-Bieberau und Webern.

1974
1977

Bis zu den freiwilligen und gesetzlichen Neuordnungen der Gebietsreform von 1970 bis 1977 fanden keine Änderungen mehr statt. Dafür war diese Reform um so schwerwiegender und durchgreifender: Nach dem Gesetz über die Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26. Juni 1974 wurden die Landkreise Darmstadt und Dieburg mit Wirkung vom 1.1.1977 zum

 

Landkreis Darmstadt-Dieburg

 

zusammengeschlossen. Von den früher selbständigen Gemeinden, 39 im Landkreis Darmstadt und 47 im Landkreis Dieburg, hatten sich in den Jahren zuvor auf dem Wege von Grenzänderungsverträgen kleinere zusammengeschlossen oder in größere eingegliedert. Mit der Kreisneuordnung wurden aus den ehemals insgesamt 86 Orten 23 Gemeinden gebildet.

 

So entstand 1977die neue

 

Gemeinde Mühltal

1972
1977

aus Frankenhausen, Nieder-Beerbach, Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach, das sich 1972 in der Erwartung des Unumgänglichen bereits freiwillig nach Nieder-Ramstadt eingegliedert hatte.