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Geschichte
--> Mühltals Mühlen
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Stand:
23.07.2009
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Krieg
und Leid: Die Not der Mühlenwirtschaft
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Autor: Karl-Heinrich
Schanz


 Der
Niedergang

Eine
Wanderung nach Müllers Lust zu 31 ehem.
Mühlenstandorten im Mühltal:


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18
Mühlen in der Nieder-Ramstädter Gemarkung
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1691
und 1693 drangen die Heere Ludwigs XIV. sengend und brennend in
die Landgrafschaft ein. Im Spanischen Erbfolgekrieg 1707 mußten
hohe Kontributionen an die französische Armee gezahlt
werden. Geldzahlungen, Getreideabgaben, Einquartierungen und
Kriegsfuhren beutelten die Bevölkerung schwer. Sie kam das
gesamte 18. Jahrhundert hindurch nicht recht zur Ruhe.
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Von
den Kriegsfuhren waren die Müller besonders betroffen. Die
Aufzeichnungen im Gemeindearchiv berichten aus der Zeit der
Koalitionskriege um 1794 bis 1797 immer wieder von Anforderungen
der Kriegführenden.
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Die
Müller, die ihre Erzeugnisse weit über Land schicken
mußten, besaßen natürlich auch die meisten
Pferde. Ausgerechnet sie, die ihre Pferde für ihr Gewerbe am
nötigsten brauchten, wurden am stärksten zu den
Kriegsfuhren herangezogen.
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Am
10. April 1795 mußten 20 Pferde aus Nieder-Ramstadt,
Nieder-Beerbach, Waschenbach und Traisa morgens um 4 Uhr in
Eberstadt sein. „Besonders sind die Müller dazu zu
ziehen", lautete, wie so oft, auch dieser Befehl.
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Einige
Müller, z.B. Frankenberger und Luckhaupt aus der Mordach,
weigerten sich mehrmals, Kriegsfuhren zu leisten. Sie wurden mit
5 Talern Strafe belegt, unter Androhung von 10 Talern bei
Wiederholung.
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Im
Winter 1794 mußte Holz aus dem Mönchbruch zum
Palisadenbau nach Mainz gefahren werden.
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Am
13. Januar 1795 mußten Karl Zeh, Heinrich Luckhaupt,
Wilhelm Frankenberger und Wendel Spengler „Fourage-Fuhren"
für die preußischen Truppen ausführen.
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Im
Dezember 1796 war ein Transport, von Heidelberg kommend, mit „330
Bleßirten, ein Chirurg und ein Hauptmann" in Eberstadt
zu übernehmen, zu verpflegen und nach Dieburg
weiterzutransportieren. Dazu mußten aus der Gemeinde 55
zweispännige Wagen gestellt werden.
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Dann
nochmals im Dezember 44 Wagen für 260 Mann
Verwundetentransport von Eberstadt nach Dieburg.
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Oft
wurden am Zielort die Fuhrleute gezwungen, die Fahrt
fortzusetzen, und es sind Fälle aktenkundig, daß sie
wochenlang unterwegs waren und zum Teil noch Pferd und Wagen
einbüßten.
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Im
gleichen Jahr wurde die Leibeigenschaft aufgehoben, Frondienste
gab es nicht mehr, alle Pflichtdienste mußten entlohnt
werden.
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1827
heißt es in „Statistik und Topographie des
Landratsbezirks Reinheim" von Gg. W.J. Wagner:
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„Nieder-
und Ober-Ramstadt exportieren eine große Menge von allen
Sorten Mehls, Graupen, Grütze, Griesmehl und verfahren
solches nach Darmstadt, Frankfurt, Hanau und Aschaffenburg. 52
Händler in Nieder-Ramstadt und 41 in Ober-Ramstadt kaufen
die Früchte auf oder handeln mit den Fabrikaten.“
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Die
Mehlhändler oder „Partierer" hatten den Getreide-
und Mehltransport sowie den An- und Verkauf übernommen. Der
Müller selbst konnte wegen der komplizierten Technik seiner
Mühle diese nicht mehr für längere Zeit verlassen.
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Ein
„Verzeichnis der Wassertriebswerksbesitzer von
Nieder-Ramstadt" vom 30. April 1853 gibt letztmals Zeugnis
vom stolzen Nieder-Ramstädter Mühlengewerbe:
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Ludwig
Spengler - Untere Schachenmühle Ludwig Zeh - Obere
Quicksmühle Jacob Bender - Mittlere Quicksmühle Jacob
Bender II - Untere Quicksmühle, 1852 abgebrannt Wilhelm
Friedrich - Brückenmühle Philipp Pfaff I -
Anstaltsmühle Wilhelm Pfaff - Schneckenmühle Jacob
Pink - Pinkmühle Wendel Götz II - Obere
Bruchmühle Johannes Heppenheimer - Untere
Bruchmühle Wilhelm Wendel Illig - Papiermühle Heinrich
Werner - Pulvermühle,1852 abgebrannt Michael Breitwieser
- Schleifmühle Thomas Spengler - Alte Bohlenmühle Wilhelm
Spengler - Neue Bohlenmühle Wilhelm Frankenberger -
Frankenbergersmühle Wilhelm Krug -
Glashüttenmühle Wilhelm Wagner – Mordachmühle
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Von
65 Mühlen an Modau, Waschenbach, Mordach und Beerbach
standen allein 18 auf Nieder-Ramstädter Gemarkung
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Fortsetzung:

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