..

Geschichte --> Wandern zu Mühltals Mühlen nach Müllers Lust

Stand: 31.12.2008

 

 

 



















2. Wander-Abschnitt

Autor:
Karl-Heinrich Schanz

Volker Teutschländer




Start: Schloßgartenplatz
Ziel: An der Papiermühle


Start: Linie N und NE „Bachgasse“
Ziel: Linie NE „Papiermühle“


Wanderstrecke 2,5 km
Wanderzeit 45 min
(ohne Waschenbach-Schleife!)



Kartenskizze:
(295 KB)

Die Wanderstrecke ist durchgehend mit dem gelben L („Lehrpfad“) gekennzeichnet.




Die Brückenmühle





Ein Denkmal zur Erinnerung an die bedeutsame Mühlengeschichte, aber auch an die kommunale Vereinigung der Mühltalgemeinden 1977.
Klick ins Bild ergibt größere Ansicht (154 KB)



Rund um das Mühlendenkmal auf der Bleiche: Stilisierte Mühlsteine mit den Wappen der 5 Gemeinden, die 1977 vom Gesetzgeber zur kommunalen Einheit des Mühltals vereinigt wurden. Im Bild der sechste Stein mit dem Wappen der neuen Gemeinde Mühltal. Mühlrad und Brezel weisen auf die 700jährige Bedeutung des Müller- und Bäckergewerbes hin.

Die Anstaltsmühle:


Die Schneckenmühle



Die Waschenbacher Mühle


Die Pinkmühle


Die beiden Bruchmühlen


Die Papiermühle




Die Papiermühle
im Tal von gegenüberliegenden
Schleifberg aus gesehen





Anderer Rückweg :


3. Wander-Abschnitt:

Von der Brückenmühle zur Papiermühle

 

 


Gaststätte
Brückenmühle

Das Bürgerzentrum, der Standort der ehemaligen Brückenmühle, ist Ausgangspunkt des Rückweges nach dem 1. Abschnitt, zugleich aber auch des 2. Wander-Abschnittes. Wir überqueren geradeaus die Dornwegshöhstraße und treffen auf ein Denkmal, das auf die bedeutsame Geschichte des Mühlengewerbes für die Menschen im Mühltal aufmerksam macht: Das Getriebe einer ehemaligen Wassermühle. Das Denkmal und die kleine Grünanlage befinden sich dort, wo einst das Wasser im Mühlgraben nach getaner Arbeit in der Brückenmühle oder bis 1937 in den Turbinen des Nieder-Ramstädter Elektrizitätswerkes wieder seinen Weg zurück zur mütterlichen Modau suchte.

Zwischen dem Mühlgraben und der Modau entstand vor dessen Einmündung eine kleine Halbinsel, auf deren Wasen vor der Zeit von Waschmaschinen und Wäschetrocknern die Frauen ihre Weißwäsche bleichten. Einheimische haben den Namen der Halbinsel „Bleiche“ auf die Grünanlage übertragen, die nach der Verfüllung des Mühlgrabens entstanden war. Leider haben die Verantwortlichen in der Gemeinde keinen anderen Platz gefunden, um Mühltals französische Schwesterstadt Nemours mit einem Straßennamen zu ehren, so daß der historische Namen „Bleiche“ in Vergessenheit geraten wird.

 

Das Denkmal entstand nach dem kommunalen Zusammenschluß des Mühltales 1977 und will mit den wappengeschmückten Mühlstein-Nachbildungen auf die ehemals fünf eigenständigen Gemeinden hinweisen.

 

Am Ende des Weges durch den kleinen Nemoursplatz – amtlich in Nachahmung des Französischen „Platz Nemours“ genannt – geht unser Weg nicht geradeaus in die Pfaffengasse, einen nicht abgebrochenen „Rest“ von Nieder-Ramstadts „Altstadt“, sondern scharf rechts über den Steg auf die andere Modauseite. Wir folgen der Bachgasse nach links flußabwärts.

 

Wir befinden uns hier im Gebiet der ältesten Besiedlung im Mühltal. Für die Menschen war ehedem die Nähe zum Wasser lebenswichtig, später brachte die Wasserkraft Arbeit und Brot in die Täler. Die entfesselte Natur brachte mit der Modau aber auch immer wieder Not und Elend über die Menschen. Am Haus Bachgasse 17 zeigt die Tafel den Hochwasserstand der Katastrophe vom Juli 1919.

 

Darum ist die Modau in der engen Ortslage in ein betoniertes Bett gezwungen worden, damit ihr Wasser möglichst schnell hindurchrauschen kann. Heutzutage müßte der Eingriff in den Flußlauf nicht mehr gerade so martialisch sein, weil insbesondere ein Rückhaltebecken am Oberlauf für schützende Regulierungen sorgt.

 

Salwenn“ sagen noch manche Einheimische zur Bachgasse nach hochdeutsch „Salband“ = Webkante. Dazu gibt es die schöne wie falsche Meinung: Nach einer ersten Regulierung in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts schlossen nämlich die neuen dicken Ufermauern mit der Fahrbahn-Oberkante der Bachgasse bündig ab, so daß der optische Vergleich mit einer Webkante entstand. Richtig ist aber ein sehr viel älterer Vergleich mit der Webkante, nämlich: Salband meint die Häuserzeile am Rande des Dorfes, die die Bachgasse einmal war.

 

Am Ende der Bachgasse beschreiten wir den Fußweg über ein freies Gelände beiderseits der Modau, auf dem bis 1976 die Anstaltsmühle als letzte aktive Mühltaler Wassermühle arbeitete. Zwei Großbrände bedeuteten auch für sie das Aus. „Anstaltsmühle“ hieß die vormalige Grünigsmühle, weil sie am Anfang des vergangenen Jahrhunderts von „den Anstalten“, der heutigen Nieder-Ramstädter Diakonie, übernommen und betrieben worden war.

 

Am Ende des Fußweges ist die Bundesstraße mitsamt der Einmündung der Waschenbacher Straße zu überqueren (Vorsicht!) und wir schreiten direkt auf den Torbogen der Schneckenmühle zu, deren ursprüngliche Form eines fränkischen Gehöftes die Baumeister beim Einbau dreier moderner Wohneinheiten mit der nötigen Sensibilität erhalten haben. Die Schneckenmühle steht abseits des Modaulaufes, dem wir bisher gefolgt sind: Sie ist eine von 3 Mühlen, die die Wasserkraft des Waschenbaches nutzten, der von Frankenhausen durch das Waschenbachtal zur Modau fließt.

 

 

 

Landschaftlich lohnend: Eine Waschenbach-Schleife

 

 

 

Um die beiden oberliegenden Waschenbach-Mühlen zu besuchen ist eine Schleife durch das Griesbachtal und über den Mühlberg zu bewältigen. Wer darauf verzichten möchte oder ein anderes Mal die Schleife separat begehen möchte, kürzt den 2. Wanderabschnitt allerdings stark ab. Gehen Sie in diesem Falle nicht nach der Beschreibung zwischen den beiden Mühlrad-Zeichnungen:

 

 

 

 

 

 

Bitte beachten Sie: Die Waschenbachschleife ist nicht mit der Wandermarkierung „gelbes L“ markiert!


Naturpark-
Markierung

An der Schneckenmühle vorbei führt ein bequemer Wanderweg ins Tal des Griesbaches, eines Bächleins, das in den Waschenbach mündet. An der Wegegabelung an den Schrebergärten halten wir uns rechts, kommen an einem Aussiedler-Gehöft vorbei und unterqueren die eine der beiden Talbrücken im Zuge der B 426. Diese Umgehungsstraße verschwindet seit 2007 links im 1100 Meter langen „Lohbergtunnel“, der nicht den Lohberg, sondern die Schmallert und die Steinröhre durchquert. Im Wald hört man das Wässerchen des Griesbachs gurgeln, bevor wir an dem Wegedreieck nach rechts abbiegen - (Wandermarkierung: weiß Mt V). Bevor wir wieder den Wald verlassen, lädt eine Ruhebank zur Rast mit einer schönen Aussicht auf das Dorf Waschenbach ein.

 

Der asphaltierte Weg abwärts führt ins Dorf, wir biegen aber an den ersten Häusern rechts ab (und verlassen die Markierung Mt V), um einen Fußweg entlang der Kreisstraße (noch einmal nach rechts) für die Rundung unserer Waschenbach-Schleife zu nutzen.


Ende!


Waschenbacher Mühle
.

Pinkmühle

Zuerst liegt rechts im Tal die Waschenbacher Mühle, ein paar hundert Meter weiter die Pinkmühle (oder Roßsche Mühle nach den heutigen Eigentümern). An der Straßenbrücke sehen wir rechts wieder ins Griesbachtal, links am Hang den Friedhof von Nieder-Ramstadt.

Achtung: Nach dem Brückenpfeiler können wir auf einer bequemen Rampe den Straßendamm hinuntersteigen in die Talaue. Wir erreichen nahe dem Aussiedlerhof wieder den Weg, den wir von der Schneckenmühle gekommen sind und dem wir zum Abschluß der Waschenbachschleife bis zur Schneckenmühle folgen. Dort nehmen wir wieder den „schleifenlosen“ Wanderweg nach Müllers Lust in Richtung Papiermühle auf.

 

 

 

 

 

 

Unmittelbar nach der Schneckenmühle zweigt ein Pfad rechts ab, führt über den Waschenbach auf freies Feld, biegt einmal links, gleich darauf wieder rechts ab und erreicht die Anliegerstraße Griesbachweg. Nur wenige Schritte sind es zur Kreisstraße Nieder-Ramstadt – Waschenbach, die am besten hier zu überqueren ist (Vorsicht!) und auf dem Bürgersteig nach rechts gehen.

Nach ein paar Häusern biegen wir links in die Nieder-Beerbacher Straße, die am gemeindlichen Bauhof und an der Feuerwehrwache vorbeiführt. Wanderweg-Markierung: Mt 1.

Wir unterqueren die Bundesstraße und folgen sofort rechts ab dem Wanderweg Mt V. Nach der flachen Kuppe und am Ende der Sträucherreihe sehen wir rechts in den Modauauen die (umgebauten) Hofreiten der beiden Bruchmühlen – wenn das Grün uns den Durchblick erlaubt.

 

Links steigt der Hang zur Schabeck und zu der geschichtsträchtigen Gewann Ruckelshausen an, vermutlich (verbalhornt) benannt nach einem der ältesten Adelsgeschlechter in Nieder-Ramstadt, derer von Reckershausen, das hier wenn nicht seinen Sitz, so doch seine Liegenschaften hatte. Am Waldrand stehen wir vor den Kohlbergen, die hier das Modautal und jenseits das Mordachtal verengen, aber auch beide voneinander trennen. Zugleich stehen wir an den rückwärtigen Betriebsgebäuden der Papiermühle.

 

 


Papiermühle

Wer hier umkehren möchte

kann zuvor rechts über die kurze Anliegerstraße und über die Modaubrücke gehen. Ein Blick nach links zeigt das Haupthaus der ehemaligen Mühle mit seinem markanten und auf vielen Fotografien und Gemälden abgebildeten Dachreiter. Er ist auch in das Firmenlogo der Illigschen Papierfabrik eingegangen.

 

Man braucht aber nicht den gleichen Weg zurückzugehen. Unser Wandervorschlag für einen alternativen Rückweg ist deutlich kürzer als der Herweg, muß daher aber auch auf weitere schöne Spazierwege und Wanderziele verzichten.

 

Wer auf Müllers Lust-Wanderweg weiter gehen möchte, wählt Abschnitt 3.