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Geschichte --> Wandern zu Mühltals Mühlen nach Müllers Lust

Stand: 07.09.2010

 

 

 



















3. Wander-Abschnitt

Autor:
Karl-Heinrich Schanz
Volker Teutschländer




Start: An der Papiermühle
Ziel: Waldrand gegenüber des Hauses Burgwald


Start: Linie NE „Papiermühle“
Ziel: Linie NB „Haus Burgwald“


Wanderstrecke 3,7 km
Wanderzeit 50 min
(ohne Waschenbach-Schleife!)



Kartenskizze:

(208 KB)

Die Wanderstrecke ist durchgehend mit dem gelben L („Lehrpfad“) gekennzeichnet.




Die Papiermühle:


Wanderweg Odenwald -Vogesen:

(--> Wandern --> Vogesen)

Die Pulvermühle:


Die Schleifmühle:


Die Alte Bohlenmühle:


Die Engelsmühle:


Die Koppenmühle:


Die beiden Kaisermühlen:


Eine Mühlburg im Mühltal?

Geschichte, Geschichtchen und Luftaufnahmen:


Den Naturpfad Eberstadt
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aben die Naturfreunde Eberstadt, Verband für Umwelt, Touristik und Kultur, 2005 geschaffen. Es ist ein Rundweg über Dünen, Naturschutzgebiete und die Modaupromenade.
Mehr:


Die Neue Bohlenmühle:


Die Waldmühle
auf der Mordach:


Die Himmelsleiter:

(--> Wanderungen -->Himmelsleiter)

Die Frankenbergersmühle:


Die Glashüttenmühle:


Anderer Rückweg :


Wander-Abschnitt 4:

Von der Papiermühle zur Glashüttenmühle

 

 


Papiermühle

Wir beginnen den 3. Abschnitt von Müllers Lust-Wanderweg, am Wendehammer der Straße „An der Papiermühle“, unmittelbar am Fuße der Kohlberge, nämlich direkt am Waldrand. Der Platz bietet sich als günstiger Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge im Mühltal und in der Umgebung an. Leider ist er weder gepflegt noch markiert. Von hier sind der Frankenstein, der Prinzenberg, die Ludwigshöhe, die kommoden Spazierwege im Bessunger Forst oder die bewaldeten Hänge rundum in Halbtages- oder Tagestouren zu erwandern.


Wanderweg

Hier treffen wir auf die Wander-Markierung des Fernwanderweges Odenwald - Vogesen (roter Balken ), der uns auf den Frankenstein (und weiter) führen würde. Wir folgen ihm in Richtung Westen rückseits der Papierfabrik. Wichtig ist der Abzweig nach nur wenigen Minuten nach rechts abwärts, wo wir gleich auf die Modau treffen, die hier munter das Gefälle im engen Talabschnitt hinabrauscht.

 

Lautes Rauschen rührt von einem kleinen Wasserfall vor der Pulvermühle her: Ein Wehr schlägt hier einen Teil des Modauwassers in den Mühlbach ab, der in der Pulvermühle nach wie vor das Mühlrad dreht, das einzige im Mühltal. Das übrige Wasser des Vorfluters wird nach links hinabzustürzen gezwungen, wie wir jenseits der kleinen Aue sehen. Die Pulvermühle nutzt heutzutage die Wasserkraft zur Erzeugung elektrischer Energie.

 

Wir folgen dem romantischen Weg zwischen dem linken Modauufer und den steil aufsteigenden Kohlbergen. Das Rauschen des Wassers wird hier zumeist übertönt: Jenseits der Modau führt die Bundesstraße 426 von Rhein zum Main durch diesen engsten Abschnitt des Mühltales.

 

Schon gleich ist die nächste ehemalige Mühle zu sehen, die hier scheinbar wie Perlen an der Schnur aufgereiht sind: Die ehemalige Schleifmühle mit teilweise erhaltener Bausubstanz wird heute als „Christophorusschule“, eine heilpädagogische Sonderschule, genutzt.

 

Eng baulich verbunden mit der ehemaligen Schleifmühle ist die Alte Bohlenmühle, deren wenig schöne Rückseite wir passieren müssen. Hier wurden ehedem Pappwaren erzeugt, sie wurde nach ihrer „aktiven“ Zeit Folienfabrik und dient heute als eine Art Handwerkerhof. Über dessen Parkplatz erreichen wir die Bundesstraße.

 

Um eine Zeit waren Heimatforscher der Auffassung, wir befänden uns hier an einer geschichtlich bedeutsamen Stelle, an der historische Straßen die Modau überquerten, angelegt vor 2000 Jahren von der römischen Besatzungsmacht als Verbindung zwischen ihren Stützpunkten an Rhein und Main. Daß das ein Irrtum ist, ist noch nicht allgemein bekannt: Die römische Militärstraße nutzte weiter nördlich einen wesentlich sanfteren Einstieg von der Ebene ins Mittelgebirge.


Gasthof
Kühler Grund
geschlossen!

Hier im „Kühlen Grund“ reicht die Gemarkung Nieder-Ramstadt, also die Gemeinde Mühltal, bis hinüber vor den Gasthof, der tiefsten Stelle des Gemeindegebietes mit nur 97 m über NN. Den Gasthof errichteten 1865 Nachkommen der Papiermacherfamilie Illig aus der Papiermühle, womit sie die Tradition der Zapfwirtschaft aus der Papiermühle fortsetzten. 2007 endete diese Tradition – Gasthof und Biergarten, auf die in gedruckten Beschreibungen des Wanderpfades zu Mühltals Mühlen verwiesen wird, sind geschlossen.


Naturpfad Eberstadt

Am ehemaligen Gasthof und den beiden Häusern links davon beginnt ein steiler Fußweg nach Westen, von dem es sich bequem in die Eberstädter Modauauen nach Norden abbiegen und die Wandermarkierung der Naturfreunde aufnehmen läßt. Wir haben damit vom Kühlen Grund direkten „Anschluß“ an den Naturpfad, den die Eberstädter Naturfreunde 2005 eingerichtet haben.

 

Vom ehemaligen Gasthof Kühler Grund kann auch wer will, vier Eberstädter Mühlenstandorte besuchen. Links des (geschlossenen) Gasthofes führt eine klassische Einfahrt zum Torbogen der Engelsmühle, die als eine von 6 Mühlen von der Mordach angetrieben wurde, bevor sie in die Modau mündet. Zum Besuch der anderen drei Eberstädter Mühltalmühlen kann wegen der Gefahren für Fußgänger auf der engen Mühltalstraße nach Eberstadt leider nicht geraten werden.

 

Die Modau, unsere Energiespenderin, verläßt gleich hinter den Mühlen im Kühlen Grund den Odenwald in die Ebene des Oberrheines.

 

Noch stehen wir – falls wir Gasthof und Engelsmühle nicht aufgesucht haben - an der Bundesstraße, vor der wir uns – ohne die Straße zu überqueren - nach links wenden und wenige Schritte auf dem Bürgersteig mit Bushaltestelle entlanggehen, um die stolze Einfahrt der Neuen Bohlenmühle zu sehen, durch die ein Blick in den quadratischen ehemaligen Betriebshof der Mühle zu sehen ist. Der Besitzer der Alten Bohlenmühle hat die Neue Bohlenmühle 1700 nicht mehr auf der Modau, sondern auf der Mordach erbaut.


Kühler Grund

Von diesem Abstecher gehen wir wenige Schritte wieder zurück und nach der Haltestelle nach rechts eine Auffahrt hinauf., die leicht mit einer Hofeinfahrt zu verwechselt werden kann.


Wanderweg

Hier finden wir wieder die Wandermarkierung „roter Balken“, wenn wir die beiden Wohnhäuser passieren, die auf dem Gelände der Neuen Bohlenmühle stehen.

 

Wieder wandern wir am Fuße der Kohlberge weiter in das enge und grüne Tal der Mordach. Der Flußlauf beschreibt die Grenze zwischen den Gemarkungen Nieder-Ramstadt und Eberstadt, also zwischen den Gemeinden Mühltal und Darmstadt. Wir bewegen uns auf dem rechten Ufer, also in Nieder-Ramstadt.


Kinderheim

Das war auch hier zur „Mühlenzeit“ bedeutsam: Weil die Hauptgebäude der unteren Waldmühle (auch: Mahrsmühle nach der Müllerfamilie Mahr - oder „Eberstädter Waldmühle“ zur Unterscheidung von der Nieder-Beerbacher Waldmühle), die wir jetzt erreichen, jenseits des Baches stehen, gehörte die Mühle wie auch die Eberstädter Mühlen am Kühlen Grund nicht zur Nieder-Ramstädter Zunft und genossen nicht deren Rechte und Vorteile.

 

Wir sprechen im weiteren „fachmännisch“ von der „Waldmühle auf der Mordach“ zur Unterscheidung von der „Waldmühle auf dem Beerbach“, die wir im vierten Wanderabschnitt flußaufwärts noch beschreiben. In der Waldmühle auf der Mordach arbeitet heute eine diakonische Therapieeinrichtung für suchtkranke Jugendliche. Wir erkennen die rückwärtigen Bauten des Mühlenhofes in ihrem eindrucksvollen Bruchsteinmauerwerk.

 

Unmittelbar nach der Waldmühle folgen wir dem Wegweiser „Himmelsleiter“ und überqueren die Mordach auf einem Fußsteg. Vorsicht beim Überqueren des Landesstraße (Lautertal - Mühltal)! Gegenüber steigen wir mit ein paar kräftigen Schritten einen kurzen Rain hinauf und folgen nun jenseits des Tales dem gelben L unseres Mühlen-Lehrpfades, der hier die Wandermarkierung „weißer Punkt“ begleitet.


Wanderweg


Franken-
bergersmühle

Wir gehen jetzt hoch über der Landesstraße in einem schönen Hochwald. Bald will uns der Wegweiser „Himmelsleiter“nach links verführen, was wir aber ignorieren. Erst an einem schönen Wegweiserbaum (falls er nicht schon wieder zerstört worden ist) folgen wir dem schmalen Pfad mit dem weißen Punkt Richtung Waschenbach und Nieder-Modau.

Der nächste Weg, den wir kreuzen, ist mehr eine Treppe und so unverkennbar diese Himmelsleiter, die von der Frankenbergersmühle hinauf zur Burg Frankenstein 350 Höhenmeter überwindet. Wir überqueren sie und sehen links unter uns die stattliche Hofreite der Frankenbergersmühle.


Haus Burgwald

Unsere Markierung führt uns schließlich aus dem Wald und über die Landesstraße (Vorsicht beim Überqueren) zum Haus Burgwald, einer diakonischer Therapieeinrichtung für suchtkranke Männer in der ehemaligen Glashüttenmühle, der vorletzten der sechs Mühlen auf der Mordach.

 

 

 

Wer hier umkehren möchte
kann, braucht aber nicht den gleichen Weg zu gehen. Unser Wandervorschlag ist nicht länger als der Hinweg

 

 

 

Wer weitergehen möchte
auf Müllers Lust-Wanderung wählt Abschnitt 4.