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Wandern
nach Müllers Lust: Die Mühlen
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Stand:
02.01.2009
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Die
beiden Bruchmühlen
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Die
Autoren: Karl-Heinrich Schanz
Volker Teutschländer
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zum 2. Wanderabschnitt


Wie
es einst war: Die rückwärtige Ansicht der Bruchmühlen
mit dem Wassergraben („Mühlgraben“) Klick
ins Bild ergibt größere
Ansicht (60 KB)

Die
Bruchmühlen heute, wie sie Vorüberfahrende von der B
426 oder Wanderer auf dem Geopark-Wanderweg sehen können
(wenn die Jahreszeit den Blick durch das Grün
erlaubt). Klick ins Bild ergibt größere
Ansicht (136 KB)

Wer
näher tritt oder in einem der gewerblichen Nutzungen zu tun
hat, erkennt die Absicht der heutigen Eigentümer, alte
Mühlen-Bausubstanz zu erhalten und in Harmonie dazu
modernes Wohnen und Wirtschaften zu ermöglichen. Klick
ins Bild ergibt größere Ansicht

Stand
einst eine solche Bockwindmühle im Mühltal? Klick
ins Bild ergibt größere Ansicht (56 KB)
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1451
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Zunächst
besteht nur eine Mühle, sie wird als „neue Mühle“
bezeichnet.
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1570
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Jetzt
waren es schon zwei Mühlen. Aber es ist schwierig, die
Akten den einzelnen Mühlen zuzuordnen.
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1601
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Im
Verzeichnis der im Amt pachtbaren Mühlen des Landgrafen
werden die Bruchmühlen mit 4 Gängen (und 4 Hunden für
das Jagdvergnügen des Landesherrn) genannt.
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1630
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In
der Amtsbeschreibung heißt es:
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„Die
Bruchmühl (bes. Wennig Webers wittib sambt consorten) hat 4
gäng, geben jährlich 31 malter Korn, 44 fl Hundgelt
und 10 fl Schweingelt.“
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1660
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Infolge
des Dreißigjährigen Krieges sind viele Mühlen in
schlechtem Zustand, u.a. auch die Bruchmühlen. Der
Darmstädter Amtmann macht zusammen mit einem Mühlenbauer
eine Besichtigungstour, um die Mühlen wieder instand setzen
zu lassen.
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1667
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Nach
vierzig Jahren werden die Bruchmühlen erstmals wieder in
Erbleihe verliehen.
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1673
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Die
obere Bruchmühle wird statt der unteren Schachenmühle
zusammen mit „Georg Traysers Mühle“ (die obere
Quicksmühle) und den Ober-Ramstädter Schachenmühlen
zur Mehlwaage in Darmstadt gebannt, d.h. die Müller mußten
ihr Mehl wenigstens zweimal in der Woche auf dem Markt der
Residenz anbieten.
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1698-1785
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Die
Namen der Bruchmüller ändern sich häufig und sind
nicht sicher einer der beiden Bruchmühlen zuzuordnen:
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Adam
Schmitt und Johann Michael Schmitt (Obere Bruchmühle),
Jacob Richtmeyer (Untere Bruchmühle), Andreas Zeh, Johann
Wendel Zeh, Jacob Krug, Johannes Wiemer, Wendel Götz
(„oberer Bruchmüller“) und Johannes
Heppenheimer („unterer Bruchmüller“) –
überwiegend Familiennamen, die in der Mühltaler
Mühlengeschichtge immer wiederkehren.
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1806
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Müller
Wendel Götz nimmt eine Hypothek von 3500 Gulden auf.
Unterpfand:
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„Die
Hofraithe worauf die sogenannte undere Bruchmühle mit einem
Mahl- und zwei Schälgäng ...“
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1813
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Ab
jetzt sind die Dokumente und Urkunden den beiden Mühlen
eindeutig zuzuordnen und werden von hier getrennt behandelt.
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Die
obere Bruchmühle
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1813
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Das
Flurbuch weist Wendel Götz Wwe. Als Besitzerin der Oberen
Bruchmühle aus:
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Die
Bruchmühle hat einen Mahl- und einen Schälgang, wird
von einem Rad getrieben . . .“ Die Liegenschaft wird mit
„Hofraith, 1. Claße Garten, Mühlbau, Scheuer,
Stallung, Schweinestall, Schoppen, Backhaus“ beschrieben.
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1827
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Wieder
ist ein Wendel Götz I. der Müller auf der unteren
Bruchmühle. Das Brandkataster weist seine Liegenschaft mit
einem Wert von 10600 fl aus.
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1839-1860
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Götz
I. gehört zu den „Bachprinzen“, die gut
gewirtschaftet haben, denn das gemeindliche Hypothekenbuch weist
ihn alleine zwölfmal als Geldverleiher mit Beträgen
zwischen 950 und 1500 fl aus.
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1873
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Jetzt
aber muß Wendel Götz II. und seine Ehefrau Margarethe
geb. Zeh selbst 6000 fl aufnehmen. Seine Liegenschaft ist 13000
fl wert.
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1887
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Sein
Nachfolger Ludwig Götz muß 13714 Mark Kredit
aufnehmen, seine Liegenschaft steht mit 24000 Mark zu Buche.
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1892
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Bei
der ersten Nieder-Ramstädter Typhus-Epedemie berichtet die
Gesundheitskommission, daß die Fäkalien der
Bruchmühle noch in die Modau geleitet werden. Das stellt
der Müller unverzüglich ab.
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1893
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Die
Darlehensaufnahmen haben den Müller nicht vor dem Konkurs
gerettet.
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1910
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Die
Mühle arbeitet noch unter neuer Leitung. Aber auch er hat
das Mühlensterben in Nieder-Ramstadt und anderswo nicht
aufhalten können.
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Inzwischen
dienen die Gebäude Wohn- und Gewerbezwecken.
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Die
untere Bruchmühle
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1813
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Das
Flurbuch weist Johannes Heppenheimer jun. Als Besitzer der
Unteren Bruchmühle aus:
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„Die
Mühle hat 2 Mahl- und 2 Schälgänge, wird von 2
Rädern getrieben . . .“ Die Liegenschaft wird mit
„Hofraith, 1. Claß Garten, Mühlbau, Scheuer,
Stallung, Schweinestall, Schoppen! Beschrieben.
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1819-1855
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Müller
Heppenheimer nimmt mehrmals Kredite auf, die nahezu an den Wert
seiner Liegenschaft von rd. 15000 fl heranreichen.
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1860
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Nach
dem Brandkataster besteht die untere Bruchmühle aus
Wohnhaus und Mühle (zweistöckig), dem Mühlwerk
darin, Wasch- und Backhaus, Scheuer, Stall und Keller,
Schweinestall mit Kniestock, Schoppen an der Scheuer und
Kellereingang.
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1868
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Nicolaus
Wagner ist Besitzer der Mühle.
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1918
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Bei
einem Gespräch im Jahr 1978 berichtet Frau Weber geb.
Wagner dem Autor, daß ihr Großvater im 19. Jh. die
Mühle erworben hat. Vor 1918 hat er den Mühlenbetrieb
eingestellt. Auch die Landwirtschaft wurde rund 50 Jahre später
eingestellt. Das Anwesen dient seitdem Wohn- und Gewerbezwecken.
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Auch
eine Windmühle?
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Oberhalb
der Bruchmühlen liegt ein Flurstück „Hinter der
Wettermühle“. Das könnte auf eine frühere
Windmühle hinweisen, worüber aber bisher keine
Dokumente aufgefunden wurden.
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