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Wandern nach Müllers Lust: Die Mühlen |
Stand: |
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Die Glashüttenmühle |
Die
Autoren:
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1698 |
ließ Landgraf Ernst Ludwig eine Glashütte mit Stampfwerk auf der sog. „Scheuerwiese" in der Mordach errichten. Es wurden schon im ersten Jahr größere Mengen von Spiegel- und Hohlgläsern hergestellt. |
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1706 |
ist die Glashütte bereits wegen großer Querelen eingegangen. Johann Georg Frankenberger, der Sohn von Johann Frankenberger auf der unteren Mittleren Schachenmühle, erbaut aus den Abbruchmaterialien der Glashütten-Nebengebäude die „Glashüttenmühle". Frankenberger ist verheiratet mit Anna Elisabeth, geb. Braun, Tochter des Müllermeisters Wilhelm Braun von der „Braun-Mühle" (jetzt „Waldmühle“ auf der Mordach, Gemarkung Eberstadt). Der Erbzins für die Glashüttenmühle beträgt jährlich 50 fl. |
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Ursprünglich war der Pulvermüller Kraus in Traisa an der Erbleihe interessiert, die aber jetzt dem Müller Frankenberger erteilt wurde. |
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1727 |
Nach dem gewaltsamen Tod Frankenbergers (bei einem Raubüberfall auf die Neue Bohlenmühle, siehe dort) geht die Mühle an Johann Georg Wiemer von der Oberwiesenmühle bei Eberstadt. |
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1740 |
stirbt Wiemer. Seine Erben verzichten auf die Mühle zu Gunsten von Johann Peter Frankenberger, Sohn des in der Neuen Bohlenmühle erschlagenen Johann Georg. |
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1742 |
ist aber schon Johann Carl Breitwieser Besitzer der Glashüttenmühle, für die er 1744 den Erbleihbrief bekommt. |
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1773 |
übergibt Carl Breitwieser seinem Schwiegersohn Johann Heinrich Luckhaupt die Mühle: |
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„. . . hat seinem Schwiegersohn die Mühle angeschlagen und sich den freyen Einsitz in der Mühle, ingleichen den halben Genuß des Mahlwerks, sodann den Mühlgärten und Äckern uns Zeit Lebens und so lang eines von uns beiden Eheleuten noch vorhanden, vorbehalten, dagegen auch den Mühlenzins jährlich zur Hälfte entrichten wollen." |
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1796 |
übergibt Luckhaupt die Mühle seinem Sohn, der sie aber wegen Überschuldung durch Prozeß und Krieg nicht halten kann. |
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1805 |
wird die Liegenschaft öffentlich versteigert. Käufer ist mit 7907 fl. der Partierer (Mehlhändler) Salomon Geyer von der Waschenbacher Mühle. |
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1818 |
vergrößert Geyer die Mühle um einen zweiten Gang zum Spelzschälen und Roggenmahlen. |
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1827 |
wird das Gut mit 9000 fl bewertet. |
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1828 |
verstirbt Salomon Geyer, und seine Witwe verkauft die Mühle an Müllermeister Wilhelm Krug für 5 960 fl. Dieser wurde, wegen seines schwungvollen Handels mit der von ihm gemahlenen Hirse, im Volksmund „der Hirsekönig" genannt. |
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1841 |
stirbt Wilhelm Krug. Erben sind seine Kinder aus erster Ehe. |
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„Die Mühl hat einen Mahl- und zwei Schälgänge, wird von einem Rad getrieben und 18 Zoll Fall, gibt 60 fl. Erbzins der Herrschaft." |
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1851 |
wird die Mühle in freies Eigentum überführt. 1866 übernimmt Adam Christian Schneider die Mühle. 1874 ist dann Friedrich Schneider I. der Besitzer. |
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1888 |
nehmen Friedrich Schneider und seine Ehefrau Katharina, geb Bender, eine Hypothek von 17000 Mark auf. Der Wert von Hofreite und Mühle wird mit 17500 Mark angegeben. |
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1895 |
scheint die Mühle eingegangen zu sein, denn bei der Volkszählung wohnt nur noch Adam Mangold mit 10 Personen auf der Mühle. |
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1896 |
brennt
die Mühle völlig ab. |
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1909 |
verkauft Familie Schneider die „Villa Burgwald“ an Rechnungsdirektor Rothermel aus Darmstadt, der mit anderen den „Verein zur Heilung von Alkoholkranken“ gründet und der eine Heil- und Rehaeinrichtung betreibt. |
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1910 |
wird wieder die Heilstätte für Alkoholkranke durch den „Landesverband des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" eröffnet. |
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1914 ff.
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Im Ersten Weltkrieg erholen sich hier Menschen aus der Rüstungsindustrie und gegen Ende des Krieges ca. 300 Kriegerwitwen. Ab 1919 kommen jährlich ca. 600 „unterernährte Kinder“ zur Erholung. |
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Das „Haus Burgwald“ Sie ist in der „Fachklinik für alkoholabhängige Männer" aufgegangen, diese in der heutigen (2005) Therapieeinrichtung für Suchtkranke. |
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