Wandern nach Müllers Lust: Die Mühlen

 Stand: 15.04.2006






















Die Koppenmühle

Die Autoren:
Karl-Heinrich Schanz

Volker Teutschländer




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1714 lassen die stolzen Mühlenbesitzer am Tor (dem damaligen!) ein heute noch gut erhaltenes Sandsteinrelief anbringen.



Auch der Torbogen der Koppenmühle mit Wappen und Verzierungen ist sehenswert und von den Eigentümern gut erhalten worden, obwohl er ohne Modaubrücke und folglich ohne Zufahrt ohne Funktion ist.


1570

erbaut der leibeigene Müller Hans Kop die Mühle auf Befehl seines Herrn, des Landgrafen Georg I. Er muß auch die alte Brücke über die Modau erneuern, um eine Zufahrt für seine neue Mühle zu haben.

1601

wird die „Kopfermühl“ in einem Verzeichnis mit 4 Gängen und der Pflege von 3 Jagdhunden ausgewiesen. Es werden beim 24-Stunden-Betrieb 40 Malter Korn gemahlen. Eine Tagesproduktion ist halbjährlich als Pacht beim Landesherrn abzuliefern, dazu später statt der Hundepflege 54 fl 10 alb „Hund- und Schweinegeld“.

1629

verzeichnet die Beschreibung des Amtes Darmstadt:


Die Koppenmühl hat vier Gäng, gehört Heinrich Wogeßern und Consorten, Pacht an Hessen.“


Consorten“: Offenbar gibt es eine Genossenschaft, vermutlich mit Müllern und Bäckern als Genossen. Das „Amt“ läßt sich als Vorläufer späterer Landkreise (aber ohne kommunale Selbstverwaltung!) verstehen, wenn auch in kleinerem Zuschnitt.

1672

wird die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Mühle


von Cretschmann itzo wieder aufgebaut“.


Sie hat wieder 4 Gänge und zahlt nur eine geringe Pacht von 10 Malter – ein Nachlaß, den der Landgraf gewährt, weil Cretschmann die Mühle auf eigene Kosten erbaut hat.

1685 / 1691

sind Wilhelm Braun, dann Johann Georg Heppenheimer Müller auf der Koppenmühle.

1697

lassen der Müller Johann Leonhard Hochschild und seine Ehefrau Anna Catharina, geb Frankenberger, ihre Tochter Anna Catharina taufen. Patin:


Seine Schwiegermutter, Müllerin in der Schachen Mühl“


in Nieder-Ramstadt.

1714

lassen die stolzen Mühlenbesitzer ein Sandstein-Relief neben dem Torbogen anbringen, das noch immer gut erhalten ist. Es zeigt den Müller und seine Ehefrau mit dem Schriftzug


An Gottes Segen ist alles gelegen.“


Die Abbildungen der Eheleute zeugen die Umschriften:


Johann Leonhard Hochschild von Eberst.“


Anna Catarina Hochschildin von Nider Ramstadt“

1730

Nach dem Tod Hochschilds wechseln mehrere Besitzer.

1840

Die Koppenmühle erhält mit den Durchstich der Provinzialstraße Nieder-Ramstadt – Eberstadt (der Öffnung des Modaudurchbruches und Beseitigung der ursprünglichen „Felsnase“!) erstmals eine unmittelbare Zufahrt von Eberstadt her.

1841

kommt Valentin Grünig I. Auf die Mühle. Sie bleibt bis zum Verkauf 1936 im Familienbesitz.

1919

Die Modaubrücke zur Koppenmühle wird beim schweren Hochwasser zerstört und nicht wieder aufgebaut. Eine neue Zufahrt von der Provinzialstraße (der heutigen Mühltalstraße) her wird gebaut.

1936

Ernst und Viktoria Berthelmes übernehmen die Mühle, ihre Tochter Gertrud ist heute (2006) Eigentümerin.

1952

wird die Koppenmühle stillgelegt. Die Wasserkraft der Modau wird mittels einer Turbine noch immer zur Stromerzeugung genutzt.