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Wandern
nach Müllers Lust: Die Mühlen
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Stand: 02.01.2009
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Die
Zehmühle
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Die
Autoren: Karl-Heinrich Schanz
 Volker
Teutschländer

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zum 4. Wanderabschnitt


Eine
wechselvolle Geschichte hat die Zehmühle in der Mordach
hinter sich, bevor und nachdem der Mühlenbetrieb schon 1875
eingestellt wurde. Der Mühlbach fließt aber noch
durch das Anwesen.

Idyllisch
sieht's rundum aus in der Mordach. Auch nach dem Ausbau zu einem
gepflegten Reiterhof schmiegt sich die ehem. Zehmühle
einfühlsam ins Grüne.

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1703
wird in
einer ersten Urkunde Peter Zeh als Besitzer der „Mordachmühle"
genannt. 1742 heißt es in einem Verzeichnis:
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„Johann
Jacob Zehe Mordachmühle, ist eigen"
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1713
ist Carl
Zeh der Besitzer,
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„Nachbar
Henrich Luckhaupt auf der Glashütten-Mühle".
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1813
nennt
das Flurbuch Johannes Zeh als Besitzer:
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„die
Mühl hat 2 Mahl- und 2 Schälgäng, wird von 2
Rädern getrieben, gibt 10 Malter Korn, 18 fl. der
Herrschaft. Hofraith, Garten, Mühlbau, Scheuer, Stallung,
Backhaus, Schoppen, Schweinstall und Brauhaus"
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1827
nennt
das Brandkataster den Wert der Mühle mit 7.350 fl.
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1852
stirbt
Johannes Zeh, der letzte Müller aus der Familie auf dieser
Mühle. Die Hinterbliebenen wollen die Mühle zuerst
verpachten. Da dies nicht gelingt, muß Konkurs angemeldet
werden. Im „Wochenblatt für den Regierungsbezirk
Dieburg" werden in mehreren Anzeigen zwischen April und
Oktober immer wieder neue Versteigerungstermine angesetzt, da
kein Bieter auftritt oder der angesetzte Versteigerungspreis
nicht erzielt wird.
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Im Juni
annonciert das Großherzoglich Hessische Landgericht
Reinheim:
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„Mühle
und Feldgutversteigerung. Die Concursmasse des verstorbenen
Müllermeisters Johannes Zeh in der Mordach bei
Niederramstadt gehörige Mühle nebst der in
Niederramstädter Gemarkung gelegenen Feldgüter werden
Mittwoch den 18. August d. J., vormittags 9 Uhr, in der Mühle
öffentlich an den Meistbietenden versteigert und
Kaufliebhaber hierzu eingeladen. Die Mühle hat zwei
Wasserräder, zwei Mahlgänge, einen Schäl- und
Hirsengang, 22 Fuß Gefälle, einen laufenden Brunnen,
Stallung für 6 Pferde, 15 Stück Rindvieh, und 30
Schweine, sie liegt an der Straße nach Eberstadt, ¼
Stunde von da, ebenso so weit von Niederramstadt und
Niederbeerbach entfernt. Feld und Wiesen bilden einen Complex
zunächst der Mühle. Auch wird Gelegenheit gegeben, das
Gut zu vergrößern, da noch außerdem Felder in
Niederbeerbacher Gemarkung und Wälder in Frankenhauser
Gemarkung versteigert werden."
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Nach dem
Brandkataster wechseln in der Folge in kurzen Abständen die
Besitzer:
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1857
Heinrich
Wagner zu Darmstadt,
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1863
Georg
Hofmann,
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1868
Peter
Hofmann III. und Ehefrau Katharina, geb Hofmann zu
Ober-Ramstadt,
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1872
verkaufen
sie an Georg Ludwig Schneider II. und Ehefrau Dorothea, geb
Gerlach,
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1875
Thomas
Krug, („jetzt ohne Mühlwerk"),
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1885
Lewi und
Simon Haas zu Darmstadt,
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1886
Thomas
Krug und Ehefrau Christine, geb Baibach,
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1895
Karl
Wilhelm Hemmerde zu Darmstadt.
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Die
Mühle ist zum Spekulationsobjekt geworden.
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1902
wird
eine Erbengemeinschaft der Familie Krug als Besitzer genannt:
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„Krug
Margarethe, Krug Josephine, Krug Elise zu Niederramstadt und
Salbach, Johann Georgs Gefr. zu Ober-Roden."
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1902
Im
Amtlichen Wohnplatzverzeichnis für das Großherzogtum
Hessen sind „Mordachmühlen (2)“ benannt. Das
sind die Frankenbergersmühle und die Zehmühle.
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1918
Nach dem
Ersten Weltkrieg ist der Besitzer Major Burgdorf und nach dem
Zweiten Weltkrieg Rittmeister Dohani. Bemerkenswert ist, daß
sich auch in der Neuen Bohlenmühle und der
Frankenbergersmühle nach dem Ersten Weltkrieg Militärs
zurückzogen.
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1939
In
„Kirchenbücher und Standesregister für alle
Wohnplätze im Lande Hessen; Otfried Praetorius, 1939, Hist.
Kommission für das Land Hessen“ ist der Wohnplatz als
Zehmühle in Nieder-Ramstadt aufgeführt.
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Heute
ist der Mühlplatz eine Wohn-und Reitanlage.
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