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Geschichte → Nieder-Beerbach → Persönlichkeiten

Stand: 01.09.2010




Persönlichkeiten

Wilhelm Gerling sen.

Text:
Volker Teutschländer
Heinz Bormuth



Wilhelm Gerling:
Postkarten-Kunstverlag



„Nieder-Ramstadt im Odenwald, Partie an der Modau“



„Nieder-Ramstadt“
(Blick vom Klosberg)


























Gerling (1871 – 1963) war zu seiner Zeit ein beliebter und geschätzter Künstler und Verleger, dessen Postkarten in alle Welt gingen. In der Sammlung des letzten Großherzogs Ernst Ludiwg befinden sich 108 Radierungen Gerlings. Berufliche Kontakte pflegte er zu den Architekten Olbrich, Pützer und Albinmüller.

Gerling hat die Vorzeichnungen, Radierungen und Abzüge mit einer Handpresse, die die Firma Press in Eberstadt hergestellt hatte, gedruckt. Die Kupferplatten mußten im Zweiten Weltkrieg als kriegswichtiges Rohmaterial abgeliefert werden und waren damit verloren. Unglückliche Umstände zwangen Gerling nach dem Krieg zum Verkauf seines Verlages.

1982 zeigte das Schloßmuseum Darmstadt eine Ausstellung mit Radierungen, vorwiegend Postkartenabzüge, Gerlings. Im Katalog hieß es: „Am liebsten verweilte er auf dem Gut Breitenloh nahe Nieder-Beerbach bei der Familie Muth, wo ihm allzeit ein Zimmer zur Verfügung stand und wo man ihn hoch schätzte, und er in die Familie aufgenommen wurde.“

Ausführlich berichtet die Schrift „300 Jahre Hof Breitenloh“ (Richard Wagner, 2000/2001):

Auf der Suche nach Motiven des Odenwaldes kam im Jahre 1943 Wilhelm Gerling ins Breitenloh. Geboren am 2.3.1871 bei Düsseldorf, aufgewachsen in Lahr im Schwarzwald, betrieb er seit 1909 seinen Verlag für Postkarten und Kunstdrucke in Darmstadt. Er war Kunstmaler und Lithograph. Die von ihm geschaffenen Radierungen sind heute noch hochgeschätzt und im Kunsthandel kaum mehr erhältlich.

Sehr viele Motive zeigen das alte Darmstadt vor der Zerstörung, dann den gesamten Odenwald und das Neckartal, aber auch Schwaben und Baden. Bevor er die Motive in Kupfer stach, fertigte er Vorzeichnungen, zumeist als Federzeichnungen, an. Auch diese Federzeichnungen sind heute sehr gesucht. Aber Wilhelm Gerling beherrschte ach die Aquarelltechnik und das Malen in Öl. ... Der Umfang seiner Arbeiten ist ungewöhnlich groß; er war ein sehr fleißiger Mann.

Er lernte das Breitenloh und seine Bewohner kennen und muß es sehr geschätzt haben. Nach dem Kriege und dem Tode seiner Frau im Jahre 1949 wurde das Breitenloh seine zweite Heimat, er gehörte zur Familie. Zumindest die meisten Wochenenden verbrachte er dort. ... Er starb am 9.4.1963 im 93 Lebensjahr.“


Dr. Heinrich Eduard Scriba:



Johann Daniel Gerlach:



Johann Konrad Dippel: