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Noch:
Personen
Die Pfarrerfamilie Scriba
Aus
dem Jahr 1924 stammt eine Ahnentafel der Familie Scriba, die bis
in die erste Hälfte des 15. Jh. zurückreicht –
eine Seltenheit, weil Familiengeschichte gewöhnlich nur bis
zum Dreißigjährigen Krieg zurückreicht, während
dem auch Personenstandsunterlagen meist vollständig
vernichtet wurden. Ahnherr war Konrad Schreiber aus Westfalen.
Sein Sohn Heinrich war ein studierter Mann, der dem damaligen
Zeitgeist entsprechend seinen Namen ins Lateinische übersetzte,
wonach dieser (evangelische) Zweig der Sippe sich bis heute
Scriba nennt während der katholische weiterhin Schreiber
heißt. Heinrich ist zugleich der erste von 57 Pfarrern aus
der Sippe (Stand: 1934!).
1732 wurde
Johann
Christoph Scriba (1695 – 1762)
Pfarrer in
Nieder-Beerbach und Ober-Beerbach mitsamt deren Filialen. Sein
zweiter Sohn
Philipp Moritz Scriba (1734 -
1799)
wurde 1762 sein Amtsnachfolger, der sich neben
seinem Amt als Seelsorger einen Namen machte in Lehren
fortschrittlicher landwirtschaftlicher Arbeitsmethoden. Er war
Vater von 20 Kindern, vier von ihnen wurden der
Familientradition entsprechend Pfarrer. Nach seinem Tode 1799
wurde er in seinem Pfarrersamt von seinem Schwiegersohn
Heinrich Jakob Dingeldey (1765 – 1820)
beerbt. Von 1820 bis 1849 war die „Pfarrer-Dynastie“
Scriba unterbrochen, bis im Mai 1850
Dr. Heinrich
Eduard Scriba (1802 - 1857
(seither Pfarrer in
Messel) in Nieder-Beerbachs Kirche einzog und Pfarrer wurde in
Nieder-Beerbach und Frankenhausen wurde. Die
gemeinsame Parochie mit Ober-Beerbach wurde gleichzeitig
aufgehoben. Heinrich Eduard war ein Enkel des Philipp
Moritz Scriba.
Er
war der dritte Pfarrer (1850 – 1857) aus der weit über
die Landesgrenzen hinaus bekannten Theologen- und
Gelehrtenfamilie.Schon im jugendlichen Alter
zeigten sich Eduards Neigungen zu historische Studien. Als
Siebzehnjähriger verfaßte er die genealogische
Übersicht der Scribas, die später im Druck erschien,
die erste fachmännische Familiengeschichte, wie es heißt.
Er war Mitglied im Historischen Verein für das
Großherzogtum Hessen sowie des Literarischen Vereins zu
Darmstadt. Außerdem war er Ehren- oder korrespondierendes
Mitglied der historischen Vereine zu Kassel, Dresden und
Würzburg sowie des Geografischen Vereins zu Darmstadt.
Dr.
Scriba hat die
„Geschichte
der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein und ihrer Herrn“
bearbeitet
und 1853 herausgegeben. Dieses Werk und andere
Veröffentlichungen, z.B.
Biographisch-literarisches
Lexikon der Schriftsteller des Großherzogthums Hessen im
ersten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts, 4. Abtheilungen,
1831–1854,
und
Regesten der bis dahin gedruckten Urkunden zur Landes- und
Orts-Geschichte des Großherzogtums Hessen 1849, sind
Grundlage vielfältiger geschichtlicher Arbeiten zur
regionalen Geschichte geworden und haben ihre Bedeutung bis
heute behalten.

Weitere
Personen aus Nieder-Beerbach:

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Text: Volker
Teutschländer
Quelle:
„Volk und
Scholle“ 1934 bereitgestellt von Karl-Heinrich
Schanz

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