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Firma
Beganie, Gebr. Flechsenhar
Die
Firma wurde im Jahre 1925 von den beiden Brüdern Friedrich
und Willi Flechsenhar gegründet und unter dem Namen
„Beganie“ Gebrüder Flechsenhar
Nieder-Ramstadt geführt. Die Firmenbezeichnung „Beganie“
setzt sich zusammen aus:
Bein-
und Galalithdreherei
Nieder-Ramstadt.
Die
Grundlage bildete die schon seit 1922 bestehende Schlosserei
sowie eine Dreschmaschine und eine Holzschneidemaschine des
älteren Bruders. Anfangs bestand die Belegschaft aus den
Familienmitgliedern und zwei Arbeitern. Auf einigen Drehbänken
wurden für die im Aufstieg begriffene Rundfunkindustrie
Bananenstecker und Anodenstecker sowie für die
Elektroindustrie Isolierteile aus den Materialien Galalith und
Trolit hergestellt. Außerdem verarbeitete man noch in
kleinen Mengen Hartgummi und Vulkanfieber.
Mit zunehmenden
Aufträgen vergrößerte sich bis 1927 die
Belegschaft auf 8 Personen. Weitere Artikel wie Billardbälle
und Möbelbeschläge wurden jetzt in das
Fabrikationsprogramm aufgenommen. Da aber die Herstellung auf
Drehbänken zu teuer war, musste versucht werden, auf neuen
Maschinen rationeller zu produzieren, um im scharfen
Konkurrenzkampf bestehen zu können.
Es wurden deshalb
Ende 1927 eine Kunstharz-Motorpresse von 50 t Druck und eine
Kunstharz-Handpresse von 30 t Druck gekauft. Auf diesen beiden
Maschinen stellte man jetzt Pressteile wie Kugeln und Handgriffe
her, die im Maschinenbau Verwendung fanden.
Im Jahr 1928
konnte man von dem Erlös der verkauften Holzschneidemaschine
und der Dreschmaschine die Fabrikeinrichtung weiter verbessern.
In dieser Zeit kam die Verbindung mit einer großen
deutschen Musikinstrumentenfirma zustande, die Basstasten in
verschiedenen Ausführungen aus Kunststoff für
Handharmonika benötigte. Der Bedarf darin war so groß,
dass die Belegschaft 1933 auf 55 Personen erhöht werden
konnte. Allein 30 bis 33 davon waren mit der wöchentlichen
Lieferung von einer viertel Million Teilen beschäftigt.
Durch
die günstigen Verhältnisse war man im Jahre 1933 in der
Lage die vorhandenen Anlagen durch die Anschaffung einer neuen
Spritzgussmaschine, mit einem Spritzteilgewicht von 30 Gramm zu
vergrößern. Auf ihr wurden Füllhalterteile,
Puderdosen und Fingerhüte in verschiedenen Größen
und Farben gefertigt. In den nachfolgenden Jahren konnte die
Belegschaft Dank der sehr guten Auftragslage, auf etwa 60 bis 65
Personen erhöht, und alle vorhandenen Maschinen konnten voll
ausgelastet werden.
Durch Ausbruch des Krieges im
September 1939 verringerten sich die Belegschaft sowie die
Auftragseingänge. Um den nun einsetzenden kriegswichtigen
Aufträgen, bestehend aus Teilen für Nachrichtenwesen
und Luftwaffe, gerecht zu werden, musste man 1941 drei weitere
Maschinen anschaffen. Es handelte sich hier um eine weitere
Spritzgießmaschine von 30 Gramm Spritzteilgewicht und zwei
Kunstharzpressen von 180 t Oberdruck und 90 t Unterdruck. Der
Personalmangel konnte durch die Einstellung von 12 Fremdarbeitern
(Frauen aus der Ukraine) behoben werden.
Nach dem Krieg
nahm man die Herstellung von Schreibmaschinentasten aus Press-
und Spritzgießmassen auf und war somit die erste
Herstellerfirma von Kunststofftasten in der Bundesrepublik, da
die Ostzone, der bisherige Hauptlieferant von Tasten,
abgeschnitten war. Im Jahre 1947 war der Bedarf an
Schreibmaschinen- und Fernschreibertasten so gestiegen, dass man
eine neue Kunstharzmotorpresse mit 80 t Druck und eine Kunstharz
Handpresse mit 40 t Druck anschaffte. Die Herstellung von
Schreibmaschinen- und Fernschreibtasten betrug auch 1955 noch 50%
der Gesamtproduktion.
1955 wurde eine weitere
Spritzgießmaschine angeschafft zur Herstellung von
Ölstandsgläsern, Sektstopfen und Teilen für die
Kosmetikindustrie. Die Belegschaft bestand in dieser Zeit aus ca.
50 Personen. Da die Produktion von Sektstopfen aus Kunststoff
dermaßen zunahm, wurden in den nächsten Jahren zwei
weitere Spritzgießmaschinen mit 50 t und 100 t Schließkraft
angeschafft.
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Werner
Dohn Erich Himrich Volker Teutschländer
Werner
Dohn hat als Schüler zeitweise bei Beganie gearbeitet. Erich
Himrich war bei Beganie von 1959 bis zur Schließung des
Werkes 1994 als Technischer Zeichners tätig.


Die
erste Spritzgießmaschine der Firma Beganie

Eine
Spritzgießmaschine in der Baracke im Hof

Das
Verwaltungsgebäude kurz nach dem Umzug

Das
Verwaltungsgebäude nach der Übernahme durch EFFBE und
der ersten Renovierung

Die
Druckerei im Keller des Verwaltungsgebäudes zum Bedrucken
von Zigarettenanzünderknöpfen

Messestand
auf der Düsseldorfer Kunststoffmesse, schon unter EFFBE,
aber noch unter dem Namen Beganie

Ausschnitt
aus dem Stand der Beganie auf der Gewerbeschau auf der
750-Jahr-Feier Nieder-Ramstadt 1950

Eine
Dreschmaschine, gewerbliches Standbein der Brüder
Flechsenhar, auf denen 1925 die Firma Beganie gegründet
wurde.
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1960
bestand die Belegschaft aus ca. 80 Personen. Der Betrieb befand
sich in der Ecke der Schlossgartenstraße gegenüber des
ehemaligen Lebensmittelgeschäftes Stephan. Da es dort
mittlerweile zu eng wurde (neue Spritzmaschinen standen in einer
Baracke im Hof) trug man sich mit dem Gedanken, neu zu bauen.
Dabei trennten sich die Wege der beiden Brüder.
Friedrich
Flechsenhar führte das Unternehmen weiter und konnte den
Neubau verwirklichen. 1961 wurden in der Industriestraße
(heute ALDI ) eine neue Fabrikhalle und ein Verwaltungsgebäude
erstellt, und am 01. April 1962 konnte man in die neue
Fertigungsstätte mit ihren großzügigen
Raumverhältnissen umziehen. In den folgenden Jahren wurde
der eigene Werkzeugbau vergrößert, Kunstharzpressen
wurden dazugekauft und etliche Spritzgießmaschinen wurden
erneuert.
Im Jahre 1967 verstarb Friedrich Flechsenhar,
seine Tochter Hilde führte den Betrieb weiter. Der
Maschinenpark bestand aus 12 Kunstharzpressen und 13
Spritzgießmaschinen. In den Jahren
1972/73 geriet der Betrieb in finanzielle Turbulenzen und musste
verkauft werden. Am 1. April 1973 übernahm die Firma EFFBE
Fritz Brumme GmbH aus Raunheim (ein Kunde von Beganie) den
Betrieb. Das Werk lief noch einige Jahre unter dem Namen Beganie
weiter und wurde später in
EFFBE
Kunststofftechnik Werk Nieder-Ramstadt
geändert.Es
wurde in den Folgejahren renoviert und modernisiert, eine
neue Lagerhalle wurde erstellt und der Maschinenpark zum Teil auf
den neuesten Stand der Technik gebracht. Auch konnten in dieser
Zeit namhafte Kunden dazu gewonnen werden, unter anderen einen
Hersteller von Zigarettenanzündern für die
Automobilindustrie. Gefertigt und bedruckt wurden ca. 5.000.000
Zigarettenanzünderknöpfe pro Jahr für fast alle
Deutschen und Europäischen Automobilhersteller.
Ebenso
wurden für einen Anlagenbauer für Klimatechnik große
Spritzgussteile zur Klimatisierung von Großraumbüros
und Fabrikationsräume gefertigt, aber auch viele andere
technische Teile.
Leider wurde das Werk
im Jahre 1994 geschlossen, das Gelände wurde an den
Discounter ALDI verkauft, heute ist dort ein ALDI Markt
anzutreffen.
Anzumerken ist, es wurde niemand entlassen.
Etwa die Hälfte der Belegschaft wurde im Hauptwerk in
Raunheim weiter beschäftigt, ein Teil konnte aus
Altersgründen in Rente gehen. Die Spritzgießmaschinen,
Werkzeuge und etwa die andere Hälfte der Belegschaft wurde
von der Firma Hofferbert KG, einem Spritzgussbetrieb in Reinheim,
übernommen und konnte dort weiter arbeiten.
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