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Geschichte > Nieder-Ramstadt > Gewerbe

Stand: 19.06.2013

 

 

 


 

Die Illigsche Papierfabrik

Das Gründungsjahr der Illig'schen Papierfabrik lässt sich nicht mehr feststellen.Im Jahre 1846 brach ein Feuer in der Illig'schen aus. Bei diesem Brand wurden sämtliche Hausurkunden vernichtet. Durch die Kriegswirren von 1618-1648 („Dreißigjähriger Krieg „) gingen auch die Kirchen- und Gemeindebücher verloren und somit die Dokumente über die frühe Vergangenheit der Firma.

Urkundlich festgehalten ist das Jahr 1695, als der Papiermachermeister Valentin Schreyer die landesherrliche Papiermühle im Mühltal pachtet und in Erbleihe nimmt. Der Besitzer verstirbt schon 2 Jahre später. Die Witwe heiratete 1698 einen Tobias Bayer. Bis 1742 bleibt die Papiermühle im Besitz der Familie Bayer. Über die Papierherstellung ist folgendes bekannt.

Die Papiermühle hatte den steten Auftrag der Regierung, sie mit Kanzleipapier zu beliefern. Das Papier war mit einem Wasserzeichen versehen. Der wichtigste Rohstoff außer Wasser, waren damals Lumpen gewesen. Diese Textilien waren aus Leinen und später Baumwolle gefertigt. Es gab einen Lumpenbann, d.h. die Papiermühle hatte die alleinige Konzession Lumpen zu kaufen. Die Lumpen kamen aus dem Amt Darmstadt (vergleichbar einem sehr kleinen Landkreis) und Teilen des Odenwaldes. Die Rohstoffknappheit war der Grund, dass sehr nachhaltig nach Ersatzfasem geforscht wurde.

Da sich am Anfang des 18. Jahrhundert die hessische Regierung in dauernder Geldnot befand, kam Philipp als Gläubiger Bayer in finanzielle Schwierigkeiten und seine Erben verkauften 1742 die Papiermühle an den bekannten Papiermacher Johannes Illig. Er und seine Nachkommen führten bis 1871 die Mühle weiter.

Nach einem Großbrand 1846 wurde das zerstörte Werk wieder aufgebaut mit dem noch bestehenden Glockentürmchen. Den Neubau nach dem Brand hat Ludwig Lange geplant, ein Schüler Georg Mollers. Gustav Georg Lange hatte 1835 Sophie Illig, die Schwester des Erfinders Moritz Friedrich Illig, geheiratet. Moritz Illig hat die Papiermühle und in eine moderne Papierfabrik verwandet, die erste industrielle Produktionsstätte in der weiten Region.

Der Architekt Ludwig Lange war. Neben dem schönen neuen Hauptgebäude besaß die Fabrik auch eine Zapfwirtschaft, die Mitte des 19.Jahrhundert ein viel besuchter Ausflugsort war. Das Haus ist im Stil des Historismus ein zweigeschossiger langgestreckter Bau. Er ist gotisierend mit zinnenbekrönten Erkervorbauten und steilen Giebel versehen und von einem spitzen Dachreiter bekrönt.

Nach dem Wiederaufbau konnte 1848 die Produktion wieder aufgenommen werden. Es gab 3 Holländer, zwei Bütten und eine Papiermaschine. Für den Antrieb sorgten zwei Wasserräder (eine oberschlächtig u. eine unterschlächtig). Das Wasser kam von der Modau. Damals waren 24 Arbeiterinnen u. Arbeiter beschäftigt.






Moritz Friedrich Illig, Erfinder der Leimung in der Masse


am 30.10.1777 in Erbach geboren, Uhrmachermeister in Erbach. Nach langer Wanderschaft kehrte er zu seinem Vater zurück. Er Übernahme die Leitung der Papiermühle in Erbach im Odenwald, die sein Vater besaß. Dort führte er auch die Leimversuche durch. In einer mehrjährigen Versuchsreihe gelang es Illig, das Baumharz von Kiefer und
Lerche wasserlösbar zu machen und sie in unlösliche Form überzuführen. 1806 gilt als Erfindungsjahr. Illig starb am 26. Juli 1845 im 68. Lebensjahr.

Das Harz der Nadelbäume, insbesondere der harzreichen Kiefer, wird zunächst
ein wertvoller Stoff, das Terpentin, entzogen. Es bleibt das Kolophonium
zurück. Es hat gegenüber dem Harz seine Klebrigkeit verloren. Chemisch
betrachtet ist das Harz eine schwache Säure und wird deshalb auch Harzsäure
oder Abietinsäure genannt.

Das wasserlösliche Kolophonium wird mit Wasser und Ätznatron oder Soda
verseift. 3 -4 Std. wird dieses Gemisch in einem Kessel gekocht. Dadurch erhäl
man die Harzseife oder die Harzmilch. Für eine Volleimung benötigt man ca. 2-
3 % Harz und zur Fixierung 3-4% Schwefelsäure Tonerde. In einem Büchlein
von 1807 beschreibt er das Verfahren. Es gab noch viele Probleme und
unendlich viele Versuche.

Die noch lange nicht ausgereifte und sich in Deutschland erst ab 1830 weiter
verbreitende Methode war nicht allgemein anwendbar. Dies hatte weitere
Versuche zur Folge und die Ergebnisse wurden anfanglich geheimgehalten. Da*
Leimen selbst hielt der Erfinder Illig für einen physikalischen Vorgang. 50 Jahr
später glaubte man zu wissen, es handelt sich um eine chemische Reaktion.
Heute lassen sich die komplizierten Vorgänge befriedigend mit dem Begriff des
kolloid-chemischen Systems erklären. Die bessere Leimung erziehlte man mit
der Tierleimung. Durch die Büttenleimung verbilligte sich die Herstellung
wesentlich, weil eine zusätzliche Trocknung entfiel. Zur vollen Wirksamkeit
gelangte die Harzleimung jedoch erst durch die Weiterentwicklung der
Papiermaschine mit dampfbeheizte Trockenzylinder.

Durch die Anwendung höherer Temperatur wurden Harz und Aluminium

hydroxid „gefrittet" d.h. es bewirkt ein Zusammenkleben der Fasern und

Verschließen der „Kapilaren". Heute kann man sagen : Erst die Trocknung der

Papierbahn in der Trockenpartie, die Büttenleimung auf der P. M.möglich

machte.

So hat sich die Leimung und die Maschienanwendung gegenseitig gefordert.

Illig selbst hatt von der Erfindung keine Reichtümer erwerben können. Ein

Engländer hat später das große Geschäft gemacht.

Bis 1970 wurde nach dem Illig-Verfahren die Leimung in der Masse praktizier

Danach kamen die syntetischen Leimungen auf dem Markt.



Die Harzleimung


Moritz Friedrich Illig, der Erfinder der Papierleimung
in der Masse

Am 30. Oktober 1777 wurde Moritz Friedrich Illig, all

Sohn des Papiermühlenbesitzers Johannes Illig, zu Erbacl

geboren.

Ab 1790 kam er in Amorbach in die Uhrmacherlehre.

Schon 1792 durfte er eine Taschenuhr anfertigen, die er

dann bis zum Lebensende trug und die in die Uhrensamm

lung des Großherzogs kam.

Mit 19 Jahren ging er 1796 auf Wanderschaft. Sein We;

führte ihn nach La Chaux-de-Fonds. Als 1799 in de

Schweiz Krieg ausbrach kehrte er nach Deutschland zu

rück und nahm eine Arbeit als Papiermacher in Göllwit

bei Halle an. Hier machte er die ersten Versuche zur Pa

pierleimung. Ab 1800 übernahm er die Leitung der vätei

liehen Papiermühle in Erbach und brachte seine Erfin

düng zur Vollendung.

Am 1. Dezember 1805 machte er seine Erfindung durc

eine Anzeige bekannt und 1807 ließ er die „Anleitung an

sichere, einfache und wohlfeile Art Papier in der Masse z

leimen" drucken. Er wollte diese Anleitung für 50 fl. vei

kaufen, aber die „an den alten Bräuchen festhaltende

Fachgenossen" hatten wenig Interesse.

Als sein Vater Johannes 1811 die Papiermühle in Erbac

aufgeben musste und 1813 dann starb, ließ sich Morii

Friedrich in Darmstadt als Uhrmacher nieder.

1820 heiratete er Margarethe Pfeil, die Tochter eines Le

newebers. Die zweite „Anleitung" wurde 1827 gedrucl

und fand wieder wenig Interesse. Allerdings arbeitete

schon zahlreiche Papiermühlen, seit seiner ersten Verö

fentlichung mit dieser Methode, hielten dies aber mög

liehst geheim.

In Darmstadt erwarb er sich Verdienste mit der Wieder

Herstellung des Glockenspiels und manch anderer Uhr ii

der Stadt.

Illig starb am 26.7.1845 arm und enttäucht.

Der Verein Deutscher Papierfabrikanten ließ 1914 auf sei

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1820 heiratete er die Leinweberstochter Margarethe Pfeil.

Die „ zweite Auflage seiner Anleitung „ wurde 1827 gedruckt.

Sein Brtlder ^ouis Illig ging auf Wanderschaft und bot die

Schrift vergeblich an.

Er kam auch zum bekannten Päpierfabrikariten tiefte de

Rivage in Belgien, welcher später wenigsten zum Ehrenretter

der von Ausländern für sie Anspruch genommene Erfindung

\Wirde .

Dieser #neüte Versuch blieb wiedenerfolglös ühd wie so viele

ferfindef Ist ikich Illig am 26.07. 1Ö45 enftäüSck gestorben.

far hinterließ seihe Famlie in, großer Bedürftigkeit.




































Verfasser:
Gerhard Schmitt



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