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Geschichte – Nieder-Ramstadt - Hochwasser |
Stand:
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Hochwasser
der Modau Die Modau, die den alten Kern Nieder-Ramstadts in zwei Teile teilt, war durch die Jahrhunderte hindurch nicht nur Wasserspender für alle möglichen Zwecke, Fischgrund und Antriebskraft für die Mühlen, sondern auch Ausgangspunkt für schweres Unheil durch Hochwasser. Diese Gefahr hat in der jüngeren Zeit sehr viel von ihren früheren Schrecken verloren, weil durch Regulierungen und Uferausbau ein schnellerer Wasserabfluß als in früheren Zeiten gewährleistet ist.
Der
älteste Hinweis über ein Modau-Hochwasser, das schwere
Schäden verursachte, findet sich in der
Landschreiber-Rechnung der Obergrafschaft Katzenelnbogen aus dem
Jahre 1454. Zwar werden nur Ober-Ramstadt und Pfungstadt direkt
genannt, Nieder-Ramstadt war sicher genauso betroffen.
Große
Hochwasser sind bis in die jüngste Zeit überliefert:
1663
Große Wasserflut
Das
wohl schlimmste Hochwasser in den letzten 100 Jahren war die
Katastrophe am 8. Juli 1919. Damals war nicht nur der Ortskern
beiderseits der Modau betroffen, wenn dort auch die schlimmsten
Schäden zu verzeichnen waren, sondern auch die gesamte
Gemarkung, ebenso, wenn auch weit schwächer, die Nachbarorte
Ober-Ramstadt und Traisa. Unter den älteren Bürgern
(Stand 1985!) ist die Erinnerung an das damalige Geschehen noch
wach und es wird immer wieder darauf verwiesen, wenn erneute
Gefahren drohen. Pfarrer Weigel hat in einem auf eigenem Erleben
beruhenden Bericht der Nachwelt die damaligen Ereignisse
überliefert (siehe Verweis in der Link-Spalte links:
„Katastrophe 1919“.
Das
Ausmaß der Katastrophe läßt sich auch heute noch
abschätzen, wenn man sich anhand der beiden
Hochwassermarkierungen an den Häusern Bachgasse Nr. 17 und
Schloßgartenstraße Nr. 16 von der Höhe der Flut
überzeugt. Die Schäden am Bachufer und in der Gemarkung
wurden im Laufe der Zeit weitestgehend behoben. Auch wurden
Sicherungsarbeiten am Bachbett zwischen Dornwegshöhstraße
und Anstaltsmühle durchgeführt.
Hochwasser
1931
Am
18. August 1931 verursachte ein Unwetter über dem vorderen
Odenwald wieder ein Hochwasser, das erhebliche Schäden an
der Modaubrücke an der B 449, an der Wehranlage für die
Quicksmühlen (Celluloidwarenfabrik Richter) und dem Bachbett
von der Schachenmühle bis zum Wehr, aber auch im Bereich der
Bruchmühle angerichtet hatte. Die Behebung der Schäden
erfolgte teilweise im Rahmen von Notstandsarbeiten für
Arbeitslose. Eine grundlegende Hochwassersicherung wurde nicht
durchgeführt und war auch aus wirtschaftlichen Gründen
nicht möglich
Hagelschlag
und Hochwasser 1965
Das
letzte große Hochwasser, am 20. Juli 1965, war durch einen
wolkenbruchartigen Regen, verbunden mit einem schweren
Hagelschlag ausgelöst worden. Die aus Traisa ankommenden
Wassermassen überfluteten am Chausseehaus die B 449 und
überschwemmten das Sportplatzgelände und die
Bahnhofstraße. Die Modau war inzwischen zu einem reißenden
Fluß geworden. Der Fußgängerweg entlang der
Modau und das Bachufer wurden schwer beschädigt, die Brücke
in Höhe der Schulstraße stürzte ein. In der
Bachgasse stand das Wasser über 1 m hoch und überflutete
die Wohnungen. Der Gesamtschaden betrug mehr als 1 Million DM.
Der Sportplatz war monatelang unbespielbar und mußte
erneuert werden.
Schutzmaßnahmen
Sofortmaßnahmen
der Gemeinde und der Ausbau des Bachbettes zwischen
Dornwegshöhstraße und Anstaltsmühle durch den
»Bachverband Obere Modau«, heute „Wasserverband
Modaugebiet“, dem die Gemeinde beigetreten war, haben die
Modau »kanalisiert«, weshalb katastrophale
Überschwemmungen früherer Zeiten nicht mehr zu erwarten
sind.
Im
Zuge dieser Arbeiten wurde auch die alte, 1734 errichtete
„Fahrgassenbrücke“, die allen Hochwassern
getrotzt hat, durch eine neue Betonbrücke ersetzt. Der Fuß
des Modaubettes wurde, wie die Uferbegrenzung, ebenfalls in Beton
ausgeführt, um einen schnellen Abfluß großer
Wassermassen zu gewährleisten und Uferbeschädigungen
weitmöglichst auszuschließen
Das
natürliche Bachbett der Modau innerhalb des Ortes ist nur
noch zwischen Kilianstraße und Dornwegshöhstraße
erhalten. Auch heute sieht man noch die Narben in der
Uferböschung, die frühere Hochwasser gerissen haben.
Das
Michaelishochwasser von 1732: |
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