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Etwas
abseits der bestehenden Bebauung errichtete 1928 der Major a.D.
Ernst Hauß ein Wohnhaus im Wiesengrund, neben dem
früheren "Oberen Woog". Es sollte für 10
Jahre das einzige Haus in dieser Gegend bleiben. 1932 erwarb der
Verleger Dr. Ernst Mushake dieses Haus, das zunächst nur
zum Aufenthalt an Wochenenden gedacht war. Später wurde es
Hauptwohnsitz. Mit Mushake betrat ein Mann die Trautheimer
Bühne, der durch seine verlegerische Tätigkeit und
sein Engagement im Ausbildungswesen des Buchhändlerverbandes
das Renommee Trautheims steigerte.
Ernst Mushake wurde
1904 in Weinheim an der Bergstraße geboren. Nach
einer Lehre als Bankkaufmann studierte er Volkswirtschaft und
Philosophie, ein Studium, das er mit der Promotion zum Dr. phil.
abschloß. Als Effektenhändler in Berlin lernte er den
Verleger Ulstein kennen, dessen Einfluß ihn bewog, 1926
einen eigenen Verlag in Heidelberg zu gründen, der später
nach Frankfurt verlegt wurde. Das Verlagsprogramm umfaßte
neben Veröffentlichungen über die Kreditwirtschaft und
Beiträgen zur Heimatgeschichte auch
Wirtschaftsmonographien einzelner Städte. Bei aller
Weltoffenheit ließ sich Dr. Mushake von dem Grundsatz
leiten, daß "der Weg zum Menschentum ..... nur über
das Volkstum und das Heimatgefühl" führt (Eduard
Spranger).
1932 heiratete er Frau Fanny Franzmathes, die
vor ihrer Heirat unter ihrem Mädchennamen einen Verlag in
Heidelberg gegründet hatte. Sie arbeitete bis zum Tode
ihres Mannes in dessen Verlag. Mit der Machtergreifung durch die
Nationalsozialisten 1933 brachen schwere Zeiten für den
jungen Verleger an. Da er nicht bereit war, seine politischen
und religiösen Anschauungen dem Zeitgeist zu opfern, wurde
er 1934 kurzzeitig inhaftiert und mußte sein
verlegerisches Wirken aufgeben. Er nahm sein
wirtschaftswissenschaftliches Studium wieder auf, um in den
Lehrberuf gehen zu können. Noch vor Kriegsende beschäftigte
er sich mit Plänen für einen von christlicher
Gesinnung und dem Geiste der Völkerverständigung
getragenen pädagogischen Fachverlag.
Trotzdem
verweigerte ihm später die amerikanische
Militärregierung die Lizenz, die er aber dann Ende 1946 von
der französischen Militärregierung bekam. Das
Verlagsprogramm war sehr weit gespannt und reichte von Romanen
und Lyrik über Wirtschaftsmonographien bis zu Werken über
Länder, Kreise und Städte des südwestdeutschen
Raumes. Großbände über historische Themen
verschiedener Städte und Gebiete sind heute noch für
die Landeskunde unentbehrlich. Außerdem war Dr. Mushake
schriftstellerisch tätig, z.B. mit einem Werk über
"Jean Jacques Rousseau", dem Buch "Romane, die
ihre Zeit spiegeln" und "Darmstädter Friedhöfe".
Nach langer, schwerer Krankheit ist Dr. Mushake 1969 in
Trautheim verstorben. Sein guter Trautheimer Name wird
fortgeführt von seinem Sohn Alexander Mushake, der 20 Jahre
lang als Mitherausgeber der väterlichen Werke sich einen
Namen machte und der sein Engagement und Wissen mit hineinnahm
in politische und gesellschaftliche Arbeit für seine
Heimatgemeinde. Viele Jahre lang war er Ortsvorsteher des neu
geschaffenen Ortsteils Trautheim.
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