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Ehem.
Gasthaus Zum Odenwald
Dieses
Haus Ortstraße 8 beherbergte das ehemalige Gasthaus „Zum
Odenwald“ mit Schankraum im 1. Stock und Tanzsaal im 2.
Stock. Es war
bei den Waschenbachern sehr beliebt. In seinen „Glanzzeiten“
bot es vielfach Unterkunft für die Waschenbacher Vereine. So
hielt z.B. der Gesangverein Sängerlust dort einen der beiden
Festbälle anlässlich seiner Fahnenweihe am 14.6.1896;
der 2. Ball war in dem Gasthaus Christoph Schneider: „Beide
Bälle verliefen ohne irgendwelche Störung in größter
Harmonie“. Auch der Turnverein hat es oft genutzt. So war es
ab 1911 Sitzungslokal (im Zyklus mit den anderen Gasthäusern),
ab Sept. 1911 fand auch hier die Turnstunde statt.
Oft
wurden Abendunterhaltungen abgehalten, z.B. im Nov 1911 und
Weihnachten 1912. Bis nach dem 2. Weltkrieg wurde im Saal getanzt.
In den 1950ern kamen Wandertheater in den Ort, die hier ihre
Stücke zur Aufführung brachten. 1846 ist als Besitzer
Georg (Heinrich) Dieter I aufgeführt. In seinem Gasthaus
starb 1860 Johann Georg Dieter II eines gewaltsamen Todes: Bei der
Nachkerb wurde er anlässlich eines Streits erstochen. 1868
hieß der Eigentümer Wendel Merz (*1834). 1871 erhielten
er und Christoph Schneider mit ihrer Gaststätte von der
Gemeinde 9 Gulden und 32 Heller, weil sie „ …
Getränke und Zigarren beim Einmarschieren des Großherzogl.
Hess. Militärs am 20.6.“ geliefert hatten.
(Wahrscheinlich zählte dies zu den Feiern anlässlich des
Sieges über Frankreich).
Durch die Heirat mit
Merz-Tochter Elisabeth (*1865) kam Johannes Wembacher IV (1855 –
1941) in das Haus. Er übte den Schreinerberuf aus und rühmte
sich, dass sein Sarg schon bereitstehen würde. Er war
Gründungsmitglied sowohl der Freiwilligen Feuerwehr 1883, wie
auch des Gesangvereins Sängerlust 1887. Von 1907 bis 1908 war
er 1. Vorsitzender der Sängerlust und 1911 2. Vorsitzender.
Die Kinder von Johannes und Elisabeth waren Karl (der Lehrer
wurde), Elisabeth, Maria ∞ Erb, Minna ∞ Georg Thaler
(1901 – 1947) und Georg IV (1885 – 1964) ∞ Marie
Merz (*1890). Georg Thaler war etwa ein Jahrzehnt lang ein
bekannter Ortsbürger. Für einige Jahre betrieb er den
Steinbruch am Billerstein. Er war Vorstandsmitglied im Turnverein
und aktiver Kommunalpolitiker.
Kurzzeitig (1933) waren
Minna und ihr Mann Georg als Besitzer von Ortsstraße 8
aufgeführt. Dann übernahm Georg IV das Anwesen.
Er
war ein sehr populärer Waschenbacher. Das verdankte er
natürlich seiner Gaststätte, aber auch seiner Rolle in
der Gemeinschaft. 26 Jahre war er Kommandant der Freiwilligen
Feuerwehr (1919 – 1945), von 1935 bis 1940 war er auch 1.
Vorsitzender des Kohlen- und Sparvereins als Nachfolger von Lehrer
Knecht. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Willi (†1944), Karl
(1922 – 1993), ∞ Gerta Wunderle (1924 – 2002)
und Ria.
In dem Haus war lange Zeit auch ein
Lebensmittelgeschäft. Schon Georg IV hatte damit begonnen.
Nach dem 2. Weltkrieg führten es Herr Netscher und Frau Heinz
aus Ober-Ramstadt weiter. Dann übernahmen kurzzeitig August
und Auguste Jacobs aus Eberstadt (bevor diese beiden dann die
Krone kauften). Nach dem Tod von Georg IV erbte sein Sohn Karl das
Haus. Das Gasthaus hat er nicht betrieben, es wurde verpachtet.
Zunächst waren Wilhelm und Lotte Ehrhardt die Pächter
(Ortsstraße 19), dann bis zur Stilllegung Hermann und Helga
Vater aus Eberstadt.
Der heutige Besitzer des Hauses ist
Karlheinz Wembacher, das jüngste Kind von Karl und Gerta.
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Autor: Dr.
Heinz Schuchmann



Aufnahme
aus dem Jahr 1908

Werbeanzeige
in
der Festschrift des
Gesangvereins
Harmonie Nieder-Ramstadt 1913

Eine
Postkarte mit künstlerischen Freiheiten

Familie
Wembacher vor dem Gasthaus
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