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Geschichte → Waschenbach |
Stand: |
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Die
Geschichte Waschenbachs
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Autoren |
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Waschenbach im Dreißigjährigen Krieg |
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Über die Verhältnisse in Waschenbach während der Zeit des 30jährigen Krieges bestehen nur wenige Aufzeichnungen. Es sind Schadensaufstellungen aus den Jahren 1622 und 1639 erhalten, außerdem gibt es ein Verzeichnis der Schultheiße. Genannt werden: |
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Claus Lenhardt 1597-1631 |
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Joh. Nicolaus Lenhardt 1634 - 1635 |
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Conrad Lenhardt 163 5 - 1644 |
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Georg Traser 1644 - 1659 |
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Für das Jahr 1627 wird eine Einwohnerzahl von 21 angegeben. |
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Während des 30-jährigen Krieges wurde Waschenbach zweimal heimgesucht, zuerst während des böhmisch-pfälzischen Krieges 1618-1623 von Graf Mansfeld und dann während des schwedisch-französischen Krieges 1635-1648 von Octavio Piccolomini, General unter Albrecht von Wallenstein. Das Schadensverzeichnis von 1622 während des böhmisch-pfälzischen Krieges enthält wohl alle Waschenbacher Familien (Schadenssumme in Reichstalern): |
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Claus Lenhardt 511; Kuntz Clein 218; Hanß Helff sen.13; Ewald Mahr 0;Hanß Helff jun.12; Hanß Hauck 8; Wenig Büdener12; Heinrich Büdener2; Heinrich Borninger 95; Hanß Becker jun.94; Wenig Lenhardt 57; Hanß Becker sen. 46; die Gemeinde 45; Heinrich Zulauff 4; ,Ludwig Heroldt 33; Niclauß List 24; Claus Helff 20; Hanß Clein 15. |
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Der Gesamtschaden betrug also 1618 Reichstaler (der Wert eines Schlachtschweines kam ungefähr einem Reichstaler in der damaligen Zeit gleich). |
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Über die folgenden Jahre ist außer der genannten Einwohnerzahl von 21 im Jahr 1627 wenig bekannt. Es wurden keine Schäden gemeldet. 1639 während des schwedisch-französischen Krieges zogen Truppen des Feldherrn Piccolomini und bayrische Kriegsvölker durch unsere Gegend und verursachten in unserem Dorf Schäden, die auf 80 Gulden geschätzt wurden. |
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Auch hierüber gibt es ein Schadensverzeichnis: Niclas Reimgen stahlen die Plünderer fünf Wagen Heu im Wert von 20 Gulden. Außerdem wurden ihm Türen, Läden und Einrichtungen im Wert von 15 Gulden zerschlagen und verbrannt. Hanß Luckhaupt und Heinrich Dempel erlitten ebenfalls die gleichen Schäden. Stoffel Quickeigen rissen die Landsknechte eine Wand aus dem Haus und verbrannten die Einrichtungen. Der Schaden betrug 20 Gulden. |
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Beim Vergleichen der beiden Schadensverzeichnisse stellt man fest: Das Verzeichnis von 1622 enthält 18 Namen, das von 1639 dagegen nur 4, und keiner der Namen wird zweimal genannt. Man könnte nun annehmen, daß die alten Waschenbacher Familien von 1622 durch Hunger, Krieg und Pest zum größten Teil ausgelöscht wurden und nur die vier Familien, welche vermutlich aus den anderen Orten in das Dorf kamen, in Waschenbach ansässig waren. Aufgrund der genannten Schultheiße ist jedoch belegt, daß es 1639 auch Familien gab, die keinen Schaden erlitten (Conrad Lenhardt) und Waschenbach während des 30jährigen Krieges (außer in den Jahren 1632/33) immer eine funktionierende Dorfgemeinschaft mit eigenem Schultheiß war., |
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Nach dem Dreißigjährigen Krieg |
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Das Dorf wächst wieder |
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Als 1639 bayerische Kriegsvölker das Dorf überfielen, waren hier nur 4 fremde Familien ansässig, die aus den umliegenden Orten in das verlassene Dorf gekommen waren. Nach Ende des 30jährigen Krieges wuchs das Dorf langsam wieder. |
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1669 wird der Ort erstmals als „Waschenbach" eingetragen. Immer noch sind die Landgrafen von Hessen im Besitz der 6 Höfe und des Hofgutes, nur die Mühle ist inzwischen eine „freie adlige Mühle". |
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Mehr als 100 Jahre später, 1782 wird das Hofgut von Landgraf Ludwig zur Versteigerung gegeben. Es wird in sieben Teile aufgeteilt. Die eine Hälfte des Grundbesitzes mit dem Wohnhaus geht an den früheren Pächter, die andere Hälfte des Grundbesitzes zu 6 gleichen Teilen an die übrigen Höfe. Jeder Bauer erhält über seinen Anteil einen Erbleihbrief. Inzwischen sind neue Häuser hinzugekommen, und Waschenbach hat 1790 eine Einwohnerzahl von 143. |
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Eine Schule für Waschenbach |
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1808 wird die Schule erbaut. 1828 hat Waschenbach bereits 251 Einwohner, und es werden 37 Häuser gezählt. 1830 geht der erste der alten Höfe, 1853 das Hofgut und 1872 der letzte Hof in freies Eigentum über. Nach dieser Zeit bestehen keine Aufzeichnungen mehr, aber noch heute leben Nachkommen der Pächter bzw. Käufer von 1782 auf den Höfen. |
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Gerichtsbarkeit |
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Über die gerichtliche Zugehörigkeit von Waschenbach ist sehr wenig bekannt. Die einzige Urkunde sagt folgendes: |
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„Daselben hat es kein absonderlich Gericht, allein daß von denjenigen Einwohnern in und wer sonsten außer der Gemeind in selbiger Gemarkung begütet, daz Gericht mitbesitzen muß, welches durch den Keller zu Lichtenberg wird gehögt im Namen Unseres Gnädigen Fürsten und Herrn und den Junkern zu Mosbach." |
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1475 kann man lesen: |
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„Franckinhusen hat vorbracht, Gran Frauwe zu Wassenbach habe ime geclaget, Hannemann Becker habe ere baume usser dem eren getragen unde off daz sin gesaczt Derselbe hat vorbracht, die Schultheißen bie ime geclaget, derselbe Hannemann habe baume ußgegraben off dem yren unde habe sie off daz sein gesaczt unde tragen iczunt beren." *) |
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*) Franckinhusen brachte vor, Gran Frauwe (Name des Waschenbacher Klägers) von Waschenbach habe ihm geklagt, Hannemann Becker (ein Frankenhäuser) habe dessen Bäume aus dessen (Land) getragen und auf das seine gesetzt. Derselbe hat vorgebracht, die Schultheißen haben bei ihm geklagt, derselbe Hannemann habe Bäume ausgegraben auf ihrem Land und habe sie auf das seine gesetzt, und die tragen jetzt Beeren. |
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Mit diesen „beren" hat Hannemann Becker die Frau eines Frankenhäusers verführt, die ihm „iczunt immer nachloffen müsse." Leider steht nicht in den Akten, welche Strafe der böse Hannemann erhalten hat. |
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Als Gerichtsschöffen werden nur vier Waschenbacher genannt: |
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1769 Peter
Wembacher
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