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Die heimatkundliche Seite > Auf einen Blick

Stand: 26.11.2011

 

 

 

 

 

 


 

Für eilige Besucher

Text:
Volker Teutschländer


Landschaft und Gemeinde im Odenwald

Das Mühltal ist der untere Abschnitt des Tales der Modau (Gewässer II. Ordnung), bevor sie mit dem Mühltaler Gemeindegebiet am Kühlen Grund gleichzeitig den Odenwald verläßt und in die Tiefebene des Oberrheins eintritt. Dieser Abschnitt des Modautals hat als „Mühltal“ seinen Namen von den zahlreichen Standorten ehemaliger Getreidemühlen und anderen Handwerken und Manufakturen, die ihre Betriebsenergie aus der Wasserkraft der Modau und deren Zuflüssen in diesem Talabschnitt bezogen. All diese Betriebe suchten ihren Standort entlang der Fließgewässer von Modau, Mordach, Beerbach und Waschenbach, weil Wasserstände, Strömung und Gefälle ganzjährig günstige Energiegewinnung gewährleisteten.
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Das Mühltal mit seinen Nebentälern umfaßt den Naturraum des nordwestlichen Odenwaldes, erschlossen durch die A 5 (Ausfahrt 27 Darmstadt-Eberstadt/.../Mühltal), die Bundesstraßen 426 (Gernsheim am Rhein – Obernburg am Main) und 449 (Darmstadt - Mühltal), Landes- und Kreisstraßen, ÖPNV-Linien in alle Richtungen sowie die Odenwaldbahn (Haltepunkt Mühltal).

Die Gemeinde Mühltal

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in Hessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg, ist durch Hessisches Landesgesetz am 1.1.1977 aus 4, ursprünglich 5 selbständigen Gemeinden gebildet worden, nämlich aus Nieder-Ramstadt, Traisa, Nieder-Beerbach, Frankenhausen und Waschenbach, die naturräumlich und wirtschaftlich der Landschaft des Mühltals zuzuordnen sind.

Neben diesen geschlossenen Ortschaften werden heute außerdem die Siedlungen Trautheim und Mordach als „Ortsteile“ genannt, die auf dem damaligen Gemeindegebiet Nieder-Ramstadts entstanden waren. Nur Trautheim ist „Ortsbezirk“ im Sinne der Gemeindeverfassung mit einem Ortsbeirat, während dem Weiler Mordach das Erfordernis einer örtlichen Gemeinschaft fehlt und folglich nominell, aber formal kein Ortsbezirk im Sinne des Gesetzes ist.

Die „Kernstadt Mühltal“

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gibt es nicht. Nieder-Ramstadt ist zwar der Verkehrs-, Verwaltungs- und Wirtschafts-Schwerpunkt der Gemeinde Mühltal. Nieder-Ramstadt ist auch die einwohnerstärkste Ortschaft (rd. 6000), hat jedoch keinen Kern von gewerblichen, sozialen oder kulturellen Konzentrationen, durch den es die anderen Orte dominieren könnte.

Eine örtliche Gemeinschaft im Mühltal

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ist angesichts fehlender Integrationsfaktoren (kommunikationsfördernde zentrale Einrichtungen, innerstädtische Einkaufszone, gemeinsame Schulen usw.) nur schwach ausgeprägt, von bürgerschaftlicher Zusammenarbeit in einigen ideellen Vereinen abgesehen. Örtliches Gemeinschaftsleben spielt sich nach wie vor in den ehemals selbständigen Gemeinden ab. Seine Strukturen wurden durch die Bildung der neuen Gemeinde nur gering beeinträchtigt.

Das Gewerbe- und Dienstleistungsangebot

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ist in den Orten und in den Branchen unterschiedlich ausgeprägt. Medizinische Versorgung, die Angebote von Dienstleistungen, Einzelhandel und Handwerk entsprechen wohl nur knapp dem Standard einer 15000-Einwohner-Gemeinde. Nach älteren Untersuchungen decken die Mühltaler nur rund 40 v.H. ihres Bedarfs an Verbrauchsgütern des nichttäglichen Bedarfs in der eigenen Gemeinde.

Der historische Gewerbeschwerpunkt Nieder-Ramstadt hat seit den 1960er Jahren an Gewicht verloren, seit die Gemeinde der großen Nachfrage nach Erschließung von Wohnbauland in den attraktiven Lagen des Mühltals nachgab und dem den Vorzug vor der Schaffung von Siedlungsflächen für Gewerbe nachgab. Die Zahl von Arbeitsstätten hat folglich bei weitem nicht mit dem Anstieg der Einwohnerzahl Schritt gehalten.

Im Süden Nieder-Ramstadts, von allen anderen Ortschaften des Mühltals gut erreichbar, haben sich in jüngerer Zeit eine Reihe von Supermärkten und Gewerbebetrieben angesiedelt, die die Palette des Waren- und Dienstleistungsangebotes deutlich verbessern, wenn auch – wie häufig anderenorts auch – zu Lasten des Einzelhandelsangebotes im Ortskern.

Der hohe Wohn- und Erholungswert

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des Mühltales resultiert vor allem aus der günstigen Verkehrslage am Rande des Rhein-Main-Ballungs- und Wirtschaftsraumes, aus der Nähe und er guten Erreichbarkeit der Großstädte im Rhein-Main-Gebiet und das alles in Verbindung mit der reizvollen Odenwaldlandschaft. Eine nicht gerne gesehene Folge dieser Attraktivität unserer Wohnlandschaft sind die ausufernd hohen Immobilienpreise in einzelnen Ortslagen.

Den Erholungswert schätzen traditionell Naherholungssuchende aus dem umgebenden Großstädten und dem Ballungsraum. Das Bettenangebot der Beherbergungsbetriebe und entsprechende Infrastruktur reichen zwar nicht aus, Mühltal als Fremdenverkehrsgemeinde zu bezeichnen. Doch gibt es einige viel besuchte Ziele, voran die Burg Frankenstein, und Einrichtungen für Rehabilitation oder Pflege, voran die Nieder-Ramstädter Diakonie, die Fachklinik für Suchtkranke, die Hessische Landesschule des Deutschen Roten Kreuzes und andere Sozialeinrichtungen von überörtlichem Einzugsgebiet.

Die gerade im Mühltal abwechslungsreiche Mittelgebirgs-Landschaft ist teilweise anspruchsvolles Wandergebiet dank der intakten Natur und des angenehmen Klimas nahe der Bergstraße („Deutschlands Riviera“). Seit 2006 gibt es einen Lehrpfad des Unesco-Geoparks Bergstraße-Odenwald, der über die siebenhundertjährige Wirtschaftsblüte dank der großen Zahl von Wasserkraftbetrieben informiert, wie sie in dieser Dichte kaum anderswo zu finden ist. Der Wanderweg wird von Wandergruppen aus der Region rege angenommen.

Schließlich macht die geografische Lage in einem Kreis geschichtsträchtiger Großstädte sowie sehenswerter Kulturobjekte von internationalem Ruf das Wohnen im Mühltal so begehrt – natürlich auch das große Arbeitsstättenangebot im leicht erreichbaren nahen Ballungsraum.

Das Bildungsangebot

. . . beschränkt sich auf Grund- und Sonderschulen sowie Fortbildungseinrichtungen. Ein weiterführendes allgemeines Schulangebot besteht nicht – schwer verständlich in einer 15.000-Einwohner-Gemeinde.


Sport und Kultur

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im Mühltal liegen weitgehend in der Hand von ideellen Vereinen. Sie sind teilweise auch Träger von Sportstätten. Sie sind für Fremdenverkehrswerbung schwerlich geeignet, weil öffentlich nicht zugänglich, anders als das beheizte Freibad in Trainee. Amateursport, Chorgesang, Ladenspiel, Karneval, Laienkunst und Kunsthandwerk stehen im kulturellen Angebot von Vereinen, Kirchen und freien Gruppen im Vordergrund.

Die Wackerfabrik bietet eine breit gefächerte Ansammlung div. Kunst- und Kulturschaffens. Daneben bestehen private Galerien.

Konfessionell

ist das Mühltal traditionell protestantisches Gebiet. Die evangelischen Kirchengemeinden decken sich mit dem Zuschnitt der ehemaligen bürgerlichen Gemeinden mit Ausnahme einer „Gebietsabtretung“ von Nieder-Ramstadt an Traisa im Bereich Trautheims. Nieder-Ramstadt und Waschenbach bilden seit jeher ein gemeinsames Kirchspiel. Vor allem durch den Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Krieg ist der Anteil katholische Einwohner deutlich angestiegen – sie bilden das traditionelle Kirchspiel mit Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach um die Pfarrkirche St. Michael in Nieder-Ramstadt. Die katholischen Christen aus Nieder-Beerbach und Frankenhausen gehören zu Pfarreien außerhalb Mühltals.