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Sehenswertes

Stand: 27. Jan 2012

 

 

 





















Die Magnetsteine

Text:
Volker Teutschländer









Die Magnetsteine auf dem Magnetberg im Kohlwald nahe der Burg Frankenstein über Nieder-Beerbach, ein geologisches Naturdenkmal

 

 

Ein geologisches Naturdenkmal

 

Rund 600 Meter südlich der Burg Frankenstein in der Gemarkung Nieder-Beerbach stößt der Wanderer auf zahlreiche markante Felsgruppen am steilen bewaldeten Ostabhang des Frankensteiner Bergrückens. Vom Frankenstein-Parkplatz über die vom Naturpark Bergstraße/Odenwald markierten Rundwanderwege 2 oder 3 sind es knappe 30 Minuten mit geringen Mühen.

Vorbei kommt man an einem Trigonometrischen Punkt vorbei, der die mit 419,7 m die höchste Stelle des Frankenstein-Massivs markiert. Der Band

 

Kulturgeschichtliche Zeugen - Wegweiser in die Zukunft“

 

(herausgegeben vom Kreisausschuß des Landkreises Darmstadt-Dieburg, 1982) nennt die z. T. imposanten Felsgruppen „polarmagnetische Klippen, der charakteristischste und auffallendste ist der Magnetstein.“ Sie sind beliebtes Ziel von Geologen und Mineraliensammlern, deshalb ist

 

deutlich sichtbar (..), daß immer wieder Wanderer Splitter es magnetischen Felsens abschlagen und mitnehmen,“

 

heißt es weiter in dem Aufsatz „Geologische Naturdenkmäler“ in dem genannten Band. Und weiter:

 

Die Kompaßnadel ist irritiert

 

Das Naturdenkmal Magnetstein ist bereits seit Anfang des 19. Jh. in der Literatur bekannt“ (1808, Annalen der Physik). „Neuere geologische Führer durch den Odenwald sprechen allerdings von unbedeutenden 'Magnetklippen'. Der Gabbro (mit mehr als 70 v.H. Plagioklas [80 v.H. Anorthit] und 20 v.H. Pyroxen) soll angeblich durch Blitzeinschlag magnetisiert worden sein. Ein ans Gestein gehaltener Kompaß zeigt deutlich Anziehung mit wechselnden Richtungen.“ In der Nähe der Felsen wird unregelmäßig einmal der postive, ein andermal der negative Pol der Magnetnadel angezogen

 

Magnetisierung durch äußere Einflüsse

 

Das Gabbrogestein der Magnetfelsen kommt in diesem Teil des Odenwaldes verbreitet vor. Es unterscheidet sich nicht von dem Gestein des umgebenden Gebirges – für Geologen ist damit schlüssig, daß die Magnetisierung durch äußere Einflüsse entstanden sind muß. Sie nehmen Blitzeinschläge an, die auf diesem markanten Kamm des Bergrückens die aufragenden Felsgruppen getroffen haben mögen.

In dem zitierten Band heißt es noch: „Wandert man vom Magnetstein südwärts auf dem Felsenpfad, kommt man auf der Höhe des Bergrückens an mehreren bemerkenswerten Felsgruppen mit herrlicher Talsicht vorbei (Brom-Felsen, Becker-Felsen)“ – so heißen die beiden anderen großen Felsgruppen neben dem Magnetfelsen.

 

Hochwald versperrt die Aussicht

 

Die herrliche Talsicht“ mag der Autor 1982 noch genossen haben - der Wald ist inzwischen so viel höher und dichter gewachsen, daß Naturliebhaber und Besucher der Klippen auf die Talsicht verzichten müssen.